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Liebe Leserin, lieber Leser,

„Fairer Handel beginnt mit der Erkenntnis, dass auf Schiffen Menschen leben.“ Das sagte mir ein ehemaliger Geschäftsführer der Deutschen Seemannsmission, nachdem ich gerade meine Stelle in der Geschäftsstelle in Bremen angetreten hatte. Dieser Satz begleitet mich seither.

Denn viele Menschen haben zwar eine vage Vorstellung von 400 Meter langen Containerschiffen, nicht aber davon, was an Bord eigentlich passiert, wenn bis zu 20 000 Container von einem Ende der Welt zum anderen bewegt werden. Geschweige denn davon, wie es am Ende eines Schiffslebens aussieht und wie es nach ihrem Ableben mit den gigantischen Stahlkolossen weitergeht. Darüber berichten wir in diesem Heft.

Ein Job auf einem Hochseeschiff gehört immer noch zu den gefährlichsten Arbeitsabenteuern überhaupt: Es herrscht ohrenbetäubender Lärm, dem niemand entrinnen kann. Die Arbeit ist hochriskant, und die psychischen Belastungen sind enorm. Die DSM investiert heute in psychosoziale Betreuung und Notfallversorgung, ein wichtiger Schritt zeitgemäßer Professionalisierung unserer Arbeit. Wir freuen uns, auch diese Arbeit hier vorstellen zu können.

Für viele Menschen ist es heute selbstverständlich, beim Einkaufen auf „Fair Trade“-Siegel zu achten. Aber „Fair Trade“ heißt bislang vor allem „Fair Erzeuger“, auch wenn wir heute mit etlichen Reedern zusammenarbeiten und der Verband Deutscher Reeder unsere Arbeit fördert. Mit dieser neuen Ausgabe von „Lass fallen Anker“ möchten wir Sie einmal mehr neugierig machen auf unsere Arbeit. Denn: „Fair übers Meer“ – das geht uns alle an!

Christoph Ernst
Generalsekretär

 
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