Heft Festmachen 2014

Festmachen - September 2014

Sei getrost und unverzagt, fürchte dich nicht und lass dich nicht erschrecken!

1. Chronik 22,13 (Lutherbibel)

festmachen 09 2014Was für ein scheinbar Mut gebender Satz, dessen Wucht mit einem Ausrufezeichen zusätzlich deutlich gemacht wird. Jedoch: wer verlangt denn von wem, unerschrocken zu sein, furchtlos, ohne Zweifel zu sein und beherzt? Ist das nicht ein zumutendes Verlangen, statt Mut machend? Welcher Mensch kann so sein, wie es mit diesen Worten eingefordert wird?

Ein Vater, König David, spricht diese Worte zu seinem Sohn Salomon. Salomon soll das vollenden, was sein Vater nach Gottes Willen nicht durchführen durfte, aber vorbereitet hat: den Bau des Tempels als Wohnung Gottes. Ein, wenn nicht das zentrale Projekt für die Identitätsstiftung und Unabhängigkeit des israelischen Volkes zu dieser Zeit. David hat dafür alles zusammengetragen, was erforderlich ist: politische Entscheidungen, Gefolgschaft, Handwerker, Materialien und Schätze. Und er hat von Gott die Botschaft erhalten, dass nicht er, sondern sein Sohn der sein soll, der den Tempel baut. Dabei gibt David Salomon zwei weitere Voraussetzungen für den Erfolg mit: „Dann wird es dir gelingen, wenn du die Gebote und Rechte befolgst, die der Herr dem Mose für Israel geboten hat“ und „Mach dich ans Werk, und der Herr wird mit dir sein.“ (1.Chronik 22, 16b). Sei rechtschaffen, gesetzestreu und handle, setzte deine Talente und Fähigkeiten ein für die Vollendung des Werks.

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Festmachen - Oktober 2014

Ehre Gott mit deinen Opfern gern und reichlich, und gib deine Erstlingsgaben, ohne zu geizen.

Sirach 35,10 (Lutherbibel)

festmachen 10 2014Gott ehren, indem man gern und reichlich gibt und Opfer bringt: das klingt erst einmal nach einer schweren Aufgabe und nach großen Taten. Es klingt nach einem Leben, in dem man alles gibt, sich aufopfert und nichts bekommt. Und vor allem klingt es nicht, als würde es Spaß machen!

Doch wenn ich an die Arbeit bei der Seemannsmission denke, die unter dem Gebot der Nächstenliebe steht, nach dem wir alle handeln, denke ich: Das macht uns allen doch viel Spaß! Hier geben alle reichlich und bringen Opfer in dem Maße, wie es ihnen möglich ist: vor allem geben die meisten Mitarbeiter viel von ihrer Zeit.

Unsere Ehrenamtlichen Mitarbeiter geben ihre Freizeit, entweder neben dem Beruf, dem Studium oder die freie Zeit, die sie nach einem arbeitsreichen Leben in ihrer wohlverdienten Rente oder Pension für sich nutzen könnten: Sie geben ihre Zeit den Seeleuten.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter geben ihr berufliches Leben, das für die meisten mehr bedeutet als „nur ein Beruf“: es ist eine Lebenseinstellung,

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Festmachen - November 2014

Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten!
Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen!

Jesaja 1,17 (Einheitsübersetzung)

festmachen 11 2014Jesaja war ein Prophet der Ausrufezeichen, ein Kämpfer für Gottes Willen auf Erden. Sein Wille ist seine Liebe für die Menschen, die auf dieser Welt an den Rand gedrängt, aus ihrer Gesellschaft heraus gedrängt werden.

Zu seiner Zeit wurde die soziale Kluft zwischen denen, die ihren Wohlstand mehrten, und denen, den kein Anteil an der Gesellschaft gewährt wurde, immer unerträglicher. Darum klagt er die Mächtigen seiner Zeit an. Er beschimpft die Herren, die in Selenruhe auf ihrem Geld sitzen, während die Wirtschaft einbricht und das Volk verarmt.

Seinen Zeitgenossen - und uns, die solche Verhält- nisse gut kennen - stellt er mit kurzen, klaren Sätzen eine Pädagogik zivilgesellschaftlichen Engagements vor: Lernt! Sorgt! Helft! Und verschafft Recht den Entrechteten!

Lernt, Gutes zu tun! Damals wie heute reicht es nicht, das Gute zu wollen, es muss vielmehr ge- lernt werden! Es reicht nicht zu bedenken; dass der Mensch vermeintlich dem Menschen ein Wolf sei, der von sich aus nur das Böse, den Kampf eines jeden um Macht und Zugang zu den Futtertrögen (oder persönlichem Wohlstand) kennt.

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Festmachen - Dezember 2014

Die Wüste und Einöde wird frohlocken, und die Steppe wird jubeln und wird blühen wie die Lilien.

Jesaja 35,1 (Lutherbibel)

festmachen 12 2014Alle, die schon mal von der Rallye Paris-Dakar gehört haben, wissen, dass die Fahrt durch die Wüste ein « Muss » ist ! Gewollt und verpflichtend für alle, die am Ziel dieser Fahrt ankommen wollen. Die Wüste macht den Charme dieser Route aus.

Wüste, eine weite Fläche der Erde, unverzichtbarer Bestandteil der Schöpfung. Die Wüste sieht - auf die Entfernung betrachtet - wunderschön aus, aber in ihr zu leben, kann zur Zumutung werden.
Für mich als "Afrikaner", der im Süden der Sahara lebt, ist es verständlich, warum sich viele Nichtregierungsorganisationen für den Kampf gegen die Ausbreitung der Wüsten einsetzen, denn dieses Phänomen droht auf weite Teile des Kontinents überzugreifen. Die verdorrte Erde gewinnt sichtbar an Terrain.

In der Wüste gibt es nur wenig Lebendiges; wenig Vegetation; wenig Wasserstellen für Mensch und Vieh. Sicher leuchten hier und da Oasen auf, aber unzureichend. Erstickende Hitze und unzumutbare Kälte wechseln vom Tag zur Nacht. Wir könnten es auch: "Leiden" nennen. Man muss zäh sein, ausdauernd, um sich in der Wüste aufzuhalten.

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Festmachen - Juni 2014

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut,
Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.

Galater 5,22-23 (Einheitsübersetzung) 

festmachen 06 2014

Pfingsten 1957 erlebte ich als junger 3. Offizier an Bord auf MS „Walter“, einem Frachtschiff mit einer Tragfähigkeit von 6000 t. von der Reederei Karl Gross, Bremen (Foto links). Kapitän war Ernst de Buhr aus Rhauderfehn. Wir lagen in dem finnischen Hafen Kotka, um Papier und Zellulose zu laden.
Um die besondere Bedeutung des Pfingstfestes zu betonen, ließ der Kapitän das Schiff mit Birkenzweigen sog. „Pingsterstruken“ schmücken. So war es in seiner Heimat Ostfriesland Brauch.
Pfingsten, so erklärte Kapitan de Buhr, ist das Hochfest, an dem das – von Jesus Christus angekündigte – Kommen des Heiligen Geistes gefeiert wird.Daran erinnere ich mich, als ich das Wort Geist in dem Monatsspruch las. Gemeint ist das Wirken Gottes durch den Heiligen Geist. Die Liebe als Frucht des Geistes ist die von Gott gegebene Liebe, wie es Luther so trefflich in seiner Schrift: „Die Freiheit des Christen-Menschen“ erklärt: Siehe, also fließt aus dem Glauben die Liebe und Lust zu Gott und aus der Liebe ein freies, williges, fröhliches Leben, dem Nächsten umsonst zu dienen.

Im Leitbild der Deutschen Seemannsmission wird ebenfalls die Liebe Gottes in diesem Sinne betont:

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