Heft Festmachen 2016

Festmachen - Mai 2016

Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst.

1. Korinther 6,19 (Einheitsübersetzung)

festmachen 2016 05Ihr gehört nicht Euch selbst, dieser Satz ist eine Herausforderung, geradezu eine Provokation - in einer Zeit, in der alles um individuelle Rechte und die Wahrung der Privatsphäre der Person geht. Paulus erinnert uns daran, dass wir als Individuum und gottgewollte Schöpfung Teil einer Gemeinde, einer Gesellschaft sind.

Es ist ein Aufruf zum verantwortungsvollen Umgang, mit dem, was uns von Gott anvertraut ist und mit der Kraft des Heiligen Geistes ausgestattet wurde.

Wir müssen unseren Leib pflegen und rechtschaffen mit unserem Körper umgehen.

Der Gedanke, dass unser Körper ein Tempel, also ein Werk des Heiligen Geistes ist, erinnert an die Pflicht und die damit verbundene Aufgabe, unsere Fähigkeiten, die uns gegeben wurden, nicht auf uns selbstbezogen zu nutzen, sondern zum Wohl anderer einzusetzen.

Wir sind auf dieser Welt, um unseren Blick auf unsere Mitmenschen zu richten.

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Festmachen - November 2016

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen

2. Petrus 1,19 (Lutherbibel)

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Unruhig sitzt der junge Seemann vor seinem Laptop und versucht immer wieder über Internet seine Mutter zu erreichen. Wie spät ist es jetzt zu Hause? Vielleicht ist sie nicht da und in der Kirche bei den Frauen zum Beten. Er hat keine Zeit mehr länger zu warten. Sein Schiff läuft aus. Enttäuscht packt er zusammen. Nun hat er für die nächsten zwei Wochen auf See keine Gelegenheit mehr, zu erfahren, wie es der Familie im Krisengebiet geht. Trauer, Ratlosigkeit und Hilflosigkeit. Etwas von der Finsternis in dieser Welt kriecht zuweilen bis zu uns in den Seemannsclub hinein. Schreckensnachrichten aus der Tagesschau bekommen plötzlich ein Gesicht.

„Hollfast“, das ist der Name des Seemannsclubs in Rostock. Im Eingangsbereich steht ein kleiner Poller – unser Logo zum Anfassen. Name des Clubs und Poller sind Programm. „Hollfast“ kommt aus dem Plattdeutschen und heißt: festmachen. Seeleute sollen hier einen Ort finden, an dem sie fest- machen können, wie ein Schiff an einem Poller im sicheren Hafen.

Mit dem Bibelwort für November wird uns auch ein Poller angeboten, der uns Halt geben soll: das prophetische Wort, das Macht-, Kraft- und Wirk- wort Gottes, des Schöpfers, den wir im

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Festmachen - Dezember 2016

Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen.

Psalm 130,6 (Lutherbibel = Einheitsübersetzung)

festmachen 2016 12

Warten. Warten auf Bus oder Bahn, eine wichtige E-Mail, eine verspätete Verabredung. Wohl jeder von uns kennt dieses Gefühl. Minuten vergehen wie Stunden, in unserem Körper steigen Anspannung und Unruhe, und man blickt hoffnungsvoll dem Ende des langen Wartens entgegen.

Im obenstehenden Psalm jedoch geht es um mehr als um das alltägliche Warten. Der Betende hofft auf die Ankunft des Herrn. Dieser soll, so heißt es im Psalm weiter, den Menschen Gnade und Erlösung und dem Volke Israel den Frieden bringen.

Auch wir befinden uns in einer Zeit des Wartens: Christen weltweit warten in diesen Adventstagen auf das Weihnachtsfest und die Ankunft Jesu Christi in unserer Welt. Ihren Blick richten sie dabei nach Bethlehem, einer Kleinstadt in einer der krisenreichsten Regionen der Erde. Ausgerechnet hier wartet die Bevölkerung seit Jahrzehnten auf Frieden. Warten auf Frieden.
Was das bedeutet, konnte ich im letzten Jahr bei einer Reise in das Heilige Land selbst erfahren. Ge- meinsam mit 40 anderen Abgeordneten der CDU- Fraktion im Niedersächsischen Landtag unternahm ich eine siebentägige Rundreise durch Israel und die Palästinensischen Autonomiegebiete.

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Festmachen - Oktober 2016

Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit

2. Korinther 3,17 (Lutherbibel)

festmachen 2016 10

Viele verschiedene Sprachen, Menschen aus buchstäblich aller Herren Länder – und unterschiedliche Religionen: Bei der Seemannsmission begegnen sie sich tagtäglich. Für dort Mitarbeitende ist das nicht besonders erwähnenswert.
Die bunte, internationale Vielfalt ist in den Clubs und Seemannsheimen Alltag.
Alle Seeleute sind willkommen.
Niemand fragt danach, was sie glauben oder wie sie ihre Religion leben.

Die Seemannsmission arbeitet auf der Basis von Respekt. Praktische Nächstenliebe – ohne die Überzeugungen von Andersgläubigen in Frage zu stel- len: Der Glaube lebt im Alltag, bei Bordbesuchen, in Seelsorgegesprächen, in den Clubs, wo Seeleute nach anstrengender, wochenlanger Arbeit auf See für ein paar Stunden abschalten können.

Der Geist Gottes, von dem Paulus im Brief an die Korinther schreibt, befreit dazu, anderen Menschen in dieser offenen Weise zu begegnen. Wir müssen nicht über „richtigen“ oder „falschen“ Glauben diskutieren. Das bedeutet nicht, Gegensätze im Gespräch mit Andersgläubigen unter den Tisch zu kehren. Die Bibel ist voll von solchen Begegnungsgeschichten mit Menschen, die einen anderen Glauben oder andere Lebensüberzeugungen haben.

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Festmachen - September 2016

Gott spricht: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte

Jeremia 31,3 (Lutherbibel)

festmachen 2016 09Jeder von uns kennt das, was Jeremia erlebt hat. Jeremia wurde von Gott gefragt, als sein Botschafter aufzutreten. Mit dieser Bitte fühlte sich Jeremia jedoch überfordert. Er sei zu jung und damit zu unerfahren, entgegnete er Gott.

Wenn wir ehrlich in uns schauen, sind wir alle schon mal gefragt worden, eine Aufgabe zu übernehmen, für die man sich eigentlich nicht oder noch nicht geeignet fühlt; eine Aufgabe, bei der die Angst mitschwingt zu versagen.

Gerade auf See, wenn man Verantwortung für die Besatzung, das Schiff und die Ladung hat, und das eigene Schiff den Gewalten der Natur ausgesetzt ist, die Wellen tosen, der Wind heult und wenn man aufgrund der Gischt keine Sicht mehr hat, kommt der Gedanke auf, ob man dem gewachsen ist, ob man nicht lieber alles an den Nagel hängt und im nächsten Hafen einfach nach Hause geht und sich eine ruhigeren Job mit weniger Verantwortung sucht.

Dennoch: Gerade dann müssen wir stark wie Jeremia sein, über unseren Schatten springen, unsere eigenen Bedürfnisse hintenanstellen. Es steht Höheres auf dem Spiel.

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