Heft Festmachen 2018

Festmachen - September 2018

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

Prediger 3,11 (Lutherbibel)

festmachen 2018 09

Es gibt wirklich viel Schönheit in der Welt. Für Gott ist eigentlich alles schön und in Ordnung (so heißt es in der Schöpfungsgeschichte). In seinem großen Plan der Dinge passen all die kleinen und anscheinend chaotischen Sachen zusammen, im Lichte der Ewigkeit.

Das Problem ist nur, dass Menschen diese Schönheit und die große Bedeutung des Lebens nicht vollständig erfassen können. Für uns ist das Hässliche sichtbarer als das Schöne, wir sehen Endlichkeit statt Ewigkeit.
Vom Verfasser des Buches Prediger in der Bibel heißt es in der Tradition, er sei ein reicher und mächtiger Mann von königlicher Abstammung. Er hat quasi alles und er sieht sie als Resultat seiner Mühe und als Segen vom Himmel. Trotz seines quasi perfekten Lebens fühlt sich der Prediger nicht völlig zufrieden. Und er sieht dies Hässliche des Lebens, das was fehlt, den Mangel.

Der Prediger klagt über etwas Hässliches am Leben - die Ungerechtigkeit der Welt, die Unterdrückung der armen und ehrlichen Arbeiter durch die Mächti- gen (4,8ff). Diese Unterdrückung bleibt oft folgen- los für die Mächtigen.

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Festmachen - August 2018

Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.

1 Johannes 4,16 (Einheitsübersetzung)

festmachen 2018 08

Im Vertrauen auf den Gott, der die Liebe ist und der alle Menschen bedingungslos liebt, engagieren sich Christinnen und Christen am Bahnhof in Bremen seit 1898 für Menschen in Not.

Die Bahnhofsmission ist gelebte Kirche am Bahnhof. Damit sind Kirche und Christentum dort präsent. So wie in den Häfen die Seemannsmissionen. Der Bahnhof ist ein besonderer Ort inmitten unserer Gesellschaft: Als Tor zur Stadt und gleichzeitig Tor zur Welt ist er Treffpunkt, Zentrum pulsierenden Lebens.

Hier machen sich Lebensträume und Sehnsüchte fest, aber auch Schmerz, Trauer und Verzweiflung über all das, was im Leben zerbrochen, verloren oder falsch gelaufen ist. Kaum anderswo treffen die Extreme von Reich und Arm, Hektik des Alltags und Leere des Lebens, von Menschenmassen und Einsamkeit, von Wiedersehensfreude und Abschiedsschmerz so deutlich aufeinander.

Nach dem Vorbild Jesu achten wir darauf, dass Menschen auch in Not und Armut ihre Würde nicht verlieren. Jesus hat uns gezeigt, dass Menschen Begegnung, Berührung und Wertschätzung brauchen, um aufgerichtet und geheilt zu werden.

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Festmachen - Juli 2018

Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!

Hosea 10,12 (Lutherbibel)

festmachen 2018 07

Vieles liegt weltweit im Argen. Kriege, Verfolgung und die Folgen des Klimawandels zwingen Menschen, sich auf einen ungewissen Weg zu machen und Zuflucht in anderen Ländern zu suchen. Auch in unserem reichen Land leben Menschen in Armut und sehen für sich keine Zukunftsperspektive. Das schiere Ausmaß an Ungerechtigkeit lässt uns oft mit einem Gefühl der Hilflosigkeit zurück.

Was kann ich als einzelner Mensch tun? Auch ich kenne dieses Gefühl. Man streitet als Politikerin für die gute und gerechte Sache und weiß doch, dass man eine wahrhaft gerechte Welt wahrscheinlich nicht erreichen wird. Aber ist das ein Grund zu resignieren und aufzugeben? Nein! Daran erinnert uns auch dieser Vers aus dem Buch Hosea.

Gerechtigkeit ist nichts, was von alleine kommt. Sie muss von uns gesät und gepflegt werden. Ein gerechterer Zustand ist nichts, was - einmal erreicht - keiner Anstrengung mehr Bedarf. Im Gegenteil. Nach der Ernte muss neu gepflügt und neu gesät werden. Zum einen, weil Gerechtigkeit ein fragiles Gut ist, zum anderen, weil die Frage. was überhaupt gerecht ist, auch immer wieder neu beantwortet werden muss.

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Festmachen - Juni 2018

Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben
einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.

Hebraer 13,2 (Einheitsübersetzung)

festmachen 2018 06

Ich mag das Leben, durchaus auch das gute Leben. Ich bin allerdings auch ein Freund der Gerechtigkeit und wenn ich unter dieser Vorgabe auf die Welt schaue, dann hätten Engel als Erdengäste jede Menge Arbeit, denn es gibt auf dieser Welt vieles zu korrigieren.

Die Ungleichheit zum Beispiel.
Die einen haben Mangel an Wasser, Mangel an Nahrung. Keine Wohnung, keinen Frieden, keine Freiheit.
Die anderen haben von all dem reichlich. Aber Angst vor der Zukunft. Es könnten ja die zu Ihnen kom- men, die von all dem nichts oder nur wenig haben.

Was dann tun? Die Türen fest verschließen, ebenso die Herzen? Das Mitgefühl verstecken?
Oder doch mal was riskieren?

Die Türen öffnen zum Beispiel.
In die warme, gemütliche Stube, an den wohl ge- deckten Tisch bitten, einen Tee zusammen trinken, sich erzählen, was einen bewegt, was man bewegen möchte?

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Festmachen - Februar 2018

Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.

Deuteronomium 30,14 (Lutherbibel)

festmachen 2017 02

„Applaus Applaus, für deine Worte, mein Herz geht auf...“ heißt es im Schlagertext. Ja, so ist das, Worte wirken und sind keineswegs Schall und Rauch. Man braucht nur einmal in die Augen eines Kindes zu schauen bei einem liebevollen Wort des Lobes und der Anerkennung.

Aber andersherum geht’s leider auch. In der sozialen Beratungstätigkeit der Diakonie gibt es die Erfahrung, dass Menschen Hilfe brauchen, weil sie sich belastet fühlen - durch Worte.

Manchmal fressen sich harte Worte, besonders solche des Hohns, der Beschuldigung, der Wut und Ablehnung oder Verachtung in das Leben von Menschen und „gehen unter die Haut“, bis zu so großer Bedeutung, dass sie Ursache einer Krank- heit werden können.

Worte unter Menschen sind wirkungsmächtig, Worte sind Taten. „Die Wörter sind Steine“, dichtet Carlo Levi.

In der Seelsorge der Seemannsmission kennen wir die beschwerende Situation von Seeleuten, die an Bord gehen mussten, obwohl zu Hause Probleme z. B. in der Familie, zwar angesprochen sind, aber noch nicht gelöst werden konnten. Da nagt es, bleibt kleben, gärt und treibt.

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