Festmachen - Juli 2018

Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!

Hosea 10,12 (Lutherbibel)

festmachen 2018 07

Vieles liegt weltweit im Argen. Kriege, Verfolgung und die Folgen des Klimawandels zwingen Menschen, sich auf einen ungewissen Weg zu machen und Zuflucht in anderen Ländern zu suchen. Auch in unserem reichen Land leben Menschen in Armut und sehen für sich keine Zukunftsperspektive. Das schiere Ausmaß an Ungerechtigkeit lässt uns oft mit einem Gefühl der Hilflosigkeit zurück.

Was kann ich als einzelner Mensch tun? Auch ich kenne dieses Gefühl. Man streitet als Politikerin für die gute und gerechte Sache und weiß doch, dass man eine wahrhaft gerechte Welt wahrscheinlich nicht erreichen wird. Aber ist das ein Grund zu resignieren und aufzugeben? Nein! Daran erinnert uns auch dieser Vers aus dem Buch Hosea.

Gerechtigkeit ist nichts, was von alleine kommt. Sie muss von uns gesät und gepflegt werden. Ein gerechterer Zustand ist nichts, was - einmal erreicht - keiner Anstrengung mehr Bedarf. Im Gegenteil. Nach der Ernte muss neu gepflügt und neu gesät werden. Zum einen, weil Gerechtigkeit ein fragiles Gut ist, zum anderen, weil die Frage. was überhaupt gerecht ist, auch immer wieder neu beantwortet werden muss.

 

Der Vers macht aber auch deutlich, dass man diese Verantwortung nicht an andere abgeben, oder gar mit dem Verweis auf göttliche Gerechtigkeit ignorieren kann. Vollendete Gerechtigkeit mag es am Ende nur mit Gott geben. Für irdische Gerechtigkeit müssen wir schon selber sorgen. Dass das möglich ist, zeigen uns die vielen Menschen, die sich für andere engagieren. Ob in unserem Land oder weltweit. Ob in Kirchen, in Vereinen, in Hilfsorganisationen, in der Nachbarschaft oder bei konkreter Hilfe in Not, wie die vielen Seeleute, die Menschen aus dem Mittelmeer retten.

Ihnen allen gebührt unser Dank und unsere Anerkennung. Ihr Engagement sollte uns Ansporn sein es Ihnen gleich zu tun.

Eine gerechtere Welt dient am Ende allen. Denn wer Gerechtigkeit sät, wird Liebe ernten.

Sarah Ryglewski, MdB,
Mitglied im Finanzausschuss
Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz

 

 

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