• PDF
  • Drucken
  • E-Mail

Mangelhafte Versorgung von Piraterieopfern – Faina-Seemann tot, Crew wütend 

Das ARD radiofeature „Das Geheimnis des Waffenschiffes ‚Faina'", gesendet von Nordwestradio am Sonntag, 27. Juni, 9.05-10.00 Uhr, eine Produktion von Radio Bremen von Rainer Kahrs.
nwr512_smallAls der ukrainische Frachter "Faina" im Februar 2009 in den Hafen von Mombasa einläuft, stehen die Seeleute regungslos an der Reling. Vier Monate lang hielten somalische Piraten sie in Geiselhaft. Dreieinhalb Millionen Dollar zahlte ein ukrainischer Oligarch den Piraten. Das Bargeld wurde an einer geheimen Stelle aus einem Flugzeug ins Meer vor Somalia geworfen. Lösegeld vom reichsten ukrainischen Bürger für die Mannschaft eines Schiffes, das dem stellvertretenden Verkehrsminister der Ukraine gehört.

Die Hintergründe der mysteriösen Zahlung decken pikanterweise die Piraten auf: An Bord befinden sich 33 ukrainische Panzer, 90 Tonnen Kalaschnikows, Raketen und israelische Elektronik, bestimmt für ein Krisengebiet in Afrika. Ein illegales Waffenschiff ist enttarnt. Und eine Spur führt nach Deutschland ...



Wütende Seeleute

Auf 30 Millionen Dollar wird die Ladung der "Faina" geschätzt. Viel Geld für die Hintermänner, nur bei den Seeleuten, die auf der "Faina" fuhren, kommt nichts an. Noch heute, ein Jahr nach der Geiselhaft, kämpfen sie um ihre Heuer, die Zeit, in der sie in der Hand der Piraten waren, werde nicht bezahlt.

Die Seeleute der "Faina" sind wütend, einige wollen schon seit einiger Zeit gegen die Firma prozessieren, aber dann verlässt sie wieder der Mut. Viele von ihnen sind krank. Traumatisiert von der Geiselhaft und den vielen Scheinerschießungen durch die Piraten, die damit bei den Lösegeldverhandlungen Druck ausüben wollten.

Kommentar des Autors Rainer Kahrs: „Ein Seemann der ‚Faina', Jurij, hat sich in der Zwischenzeit aufgehängt, er hatte schwere Depressionen seit den Scheinerschiessungen. Im Mai erhängte sich Jurij, wir hatten noch während der Recherche mit ihm gesprochen, er war depressiv, sagen seine Freunde. Er war von der Reederei bedroht worden, uns nicht zu treffen, wir haben ihn aber dennoch kurz sprechen können. Im Feature taucht er aber nicht auf. Er sich ganz offensichtlich umgebracht, ein Suizid, kein Platz für Verschwörungstheorien. Das sagen auch seine Freunde. Aber es ist schon sehr tragisch. Er hatte auch lange gekäpft für seine Heuer und die medizinische und psychologische Versorgung der Seeleute ist sehr mangelhaft."

(Text: Rainer Kahrs / ARD/ ORF, Foto (RadioBremen): Waffenschiff 'Faina')

Links:

radiofeature nachhören (mp3, 52:56 Min., 48.4 MB)

Manuskript des radiofeature downloaden (pdf, 0,8 MB)

Kommentare des Autors und der Hörer zur Sendung

Mehr links zum Thema

 



 

Machine-Translation into:

fair ueber meer 04

Zur Kampagnen-Seite

 con info  Unsere Arbeit unterstützen:

Evangelische Kirche in Deutschland logo vdr

logo seafarers trust

 

Vesseltracker  logo bmfsfj     logo bmas     logo bg verkehr  
 Evangelische Kirche
 in Deutschland
 Verband
 Deutscher Reeder
 ITF-Seafarers Trust
 Vesseltracker.com
 Bundesministerium für
 Familie, Senioren,
 Frauen und Jugend
 Bundesministerium für
 Arbeit und Soziales
 Dienststelle
 Schiffssicherheit
 BG Verkehr
Hier könnten Sie als  Sponsor genannt werden