Festmachen - Juni 2017

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Apostelgeschichte 5,29 (Einheitsübersetzung) 

festmachen 2017 06

Da steht ein Mönch namens Doktor Martinus Luther vor dem Kaiser. Nach Worms hatte der papsttreue Karl V. den Reichstag einberufen. Alles, was im damaligen Europa Rang und Namen hatte, musste sich an die Stadt am Rhein begeben. Auf der Tagesordnung ein kirchenpolitisches Thema; denn der Papst hatte gegen den prominenten deutschen Theologieprofessor den Bann ausgesprochen. Besteht der Bann gegen den als Ketzer gebrandmarkten Luther zu recht? Wegen dieser religiösen (!) Frage lagen große Teile der deutschen Kurfürsten mit dem Kaiser im Clinch. Religion und Politik ge- hören auf diesem Reichstag unmittelbar zusammen. Wer hat recht - Kaiser und Papst oder die deutschen Fürsten und Luther

Luthers Worms-Auftritt im Jahr 1521 sollte ähnlich dem des legendären Thesenanschlags in Wittenberg in die deutsche Geschichte eingehen. Eine Art Sternstunde des Protestantismus. Endgültig vor die Alternative gestellt, zu bekennen oder zu widerrufen, bekennt er sich mit den Worten: "Widerrufen kann und will ich nicht, weil wider das Gewissen zu handeln nicht sicher und nicht lauter ist. Gott helfe mir! Amen!"

Vielleicht hat er auch gesagt: "Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen!" Jedenfalls beruft Luther sich auf sein Gewissen - für ihn die Stimme seines Gottes, die mehr gilt als jeder menschliche Befehl. Man muss radikal sein. Hier hilft kein zögerliches "Vielleicht", auch kein diplomatisches "Sowohl als Auch"! Luther kannte seine Bibel sehr genau. Sicher auch das Bekenntnis des Petrus vor dem Hohen Rat: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!" (Apostelgeschichte 5, 29 b). Eine sehr ähnliche Situation. In beiden Fällen geht es um die Existenz, um Leben und Tod. Luther bleibt gebannt und wird geächtet. Er wird als "vogelfrei" erklärt. Um zu überleben, muss sich der illegale Theologe verstecken. Auch Petrus geht es an den Kragen. Knast und Kreuz warten auf ihn. Am Anfang des Christentums steht nicht nur ein gekreuzigter Jesus - es folgt eine schwere Zeit des Martyriums für seine Zeugen. Der Anspruch, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen, provoziert blutige Verfolgung

Darf ich stolz auf diese Tradition sein? - Mir wird ein wenig mulmig. Denn es berufen sich zu viele auf diese scheinbare Alternativlosigkeit "Gott oder die Menschen". Terrorbanden begründen ihre brutalen Attentate als "heiligen Krieg" und wollen uns weismachen, sie folgten mit ihrem zerstörerischen Morden dem Gesetz Gottes. Nein! Das Töten im Namen Gottes ist kein Töten im Namen meines Gottes, der am Kreuz für die Botschaft der Liebe seine ganze Ohnmacht zeigte. Allein diesem Gott möchte ich mehr gehorchen als jenen Menschen, die zur Gewalt aufrufen.

Uwe Michelsen Vizepräsident der Deutschen Seemannsmission e.V., Hamburg


 

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