brake folchnandtDSM Unterweser

SOS – Die Arbeit der Seemannsmission in stürmischen Zeiten

Gast im Studio ist Marco Folchnandt, evangelischer Seemannsdiakon der Deutschen Seemannsmission Unterweser e.V. Im Gespräch mit Antje Thielking und Thomas Cziepluch skizziert er Arbeit und Herausforderungen der Seeleute auf See und stellt seine Arbeit im Seamen’s Club im Braker Hafen vor.

Im geistlichen Snack spricht Marco Folchnandt einen englischen (See)Reisesegen.

Die Deutsche Seemannsmission Unterweser e.V. ist für Seeleute und Binnenschiffer in den Häfen Elsfleth, Brake und Nordenham zuständig. Zu diesem Zweck betreibt sie als Betreuungseinrichtung den Seamen’s Club im Braker Hafen und besucht Seeleute an Bord der Schiffe in Elsfleth, Brake und Nordenham. Die Deutsche Seemannsmission Unterweser e.V. ist Mitglied der Deutschen Seemannsmission e.V. in Bremen und Mitglied im Dachverband des Diakonischen Werkes Oldenburg.

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ristau schiffsbesuchSeemannsmission Hamburg

Hafen-Pastor Matthias Ristau bei den Seeleuten

Zum Segen gibt's SIM-Karten

Seine Kirche ist der Hafen, seine Gemeinde lebt auf dem Meer: Matthias Ristau (50) ist Hamburgs einziger Seemannspastor!
Schutzhelm, Sicherheitsschuhe, Leuchtweste – bevor Matthias Ristau an Bord des Container-Schiffs „Ida Rambow“ geht, zieht er sich in der Seemannsmission „Duckdalben“ um. Dann packt er die Bibel in den Rucksack – auf Philippinisch, Chinesisch, Englisch. Denn seine „Schäfchen“ kommen aus aller Welt, er besucht die Besatzungen der Schiffe im Hafen.

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vortrag thiedmannDSM e.V.

"Ich habe mein Herz an diese Stadt und die Leute in der Seefahrt verloren"

"Der Männerverein passt zum Thema Seefahrt, denn diese ist eine richtige Männerdomäne, in der man Frauen selten begegnet. Die Seefahrt ist immer noch eine verborgene Welt, in der Menschen leben und ausgebeutet werden." Dies betonte Pfarrer Michael Thiedmann vor dem Männerverein Untermerzbach bei seinem Vortrag über die Seemannsmission, für die er sich in den vergangenen Jahren engagiert und gearbeitet hat.

Eindrucksvoll schilderte Pfarrer Michael Thiedmann bei seinem Vortrag die seelsorgerliche Arbeit in der Seemannsmission. Foto: Günther Geiling
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zdf gd 19 1DSM e.V.

Seemannsmission feiert Fernsehgottesdienst am 10.2.2019

Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs ist "Stimme der Seeleute" für die Deutsche Seemannsmission. Am 10. Februar feiert die Seemannsmission mit ihr und der örtlichen Gemeinde einen Gottesdienst zum Motto "Dem Wohl der Seeleute verpflichtet.".

In dem Gottesdienst geht es um die Lebens- und Arbeitswelt der 1,5 Millionen Seeleute und die Arbeit der Deutschen Seemannsmission, die sich in diesem Jahr unter dem Motto "Fair übers Meer" für gerechte Arbeitsbedingungen auf See einsetzt.

zdf gd 19 2Bischöfin Fehrs: „Mit den Bildern verklärter Seefahrerromantik hat das Leben heutiger Seeleute kaum etwas zu tun. Vielmehr erleben sie sich oft als kleines Rädchen in einer großen Maschinerie. In diesem Gottesdienst wollen wir ihre Arbeit würdigen. Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass der Einsatz dieser Männer und Frauen den heutigen Welthandel erst ermöglicht. Dabei kommen 90 Prozent aller Güter oder Rohstoffe, die wir verbrauchen, auf dem Seeweg zu uns. Ich bin dankbar, wie engagiert und mit wie viel Pragmatismus und Herz die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Seemannsmission den Seeleuten zur Seite stehen.“ Während des Fernsehgottesdienstes werden Seemannsdiakone und eine Ingenieurin als Mitglied einer Schiffsbesatzung von ihrer Arbeit und vom Leben auf See erzählen.

Die Kirche St. Gertrud steht mitten im Hafen beim Containerterminal Altenwerder. Sie erinnert an das Dorf Altenwerder, das vor Jahren diesem hochmodernen Terminal für große Containerschiffe weichen musste.

Für die musikalische Gestaltung des Fernsehgottesdienstes sorgen der Hamburger Lotsenchor, der Bläserchor  der Thomasgemeinde Hausbruch sowie die Orgel.

Der Gottesdienst wird ab 9:30 live im ZDF übertragen.
Wer vor Ort dabei sein möchte: Die Gemeinde ist gebeten, bis spätestens 9.00 Uhr die Plätze einzunehmen.

zdf gd 19 3Fotos: M. Ristau, Drohnenfoto: K. Schubert
 

Schifffahrt internationel

Fair übers Meer

Christiane Sengebusch

„Fair trade“ ist längst zum Schlagwort geworden. Zum fairen Handel gehört aber  auch der faire Transport. Für die Seemannsmission heißt das: Fair übers Meer.  Eine Aufgabenstellung, mit der sie sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig beschäftigen will.

Ohne jedweden Transport, gelangt kein Stück Ware auf den Markt. Der Transport ist damit eine Grundvoraussetzung für den Handel. „Wir erörtern schon seit Langem die Frage, was fairer Transport der Ware über See bedeutet. Und wir kamen immer wieder zu dem Ergebnis, dass vor allem die Besatzungen auf den Schiffen unter fairen Bedingungen beschäftigt werden müssen“, sagt Folkert Janssen, Leiter der DSM Rostock. Er war maßgeblich an der Erarbeitung des Jahresmottos „Fair übers Meer“ beteiligt.

An diesem Ziel wird allerdings schon seit Jahren gearbeitet. 2006 brachte die UNO-Unterorganisation ILO (Internationale Arbeitsorganisation) das Seearbeitsübereinkommen „Maritime Labours Convention“ auf den Weg. Es dauerte allerdings sieben Jahre, bis die Konvention ratifiziert war. In einem öffentlichen Forum beim Kirchentag 2013 in Hamburg wurde sie mit dem Präsidenten des Verbandes Deutscher Reeder, einem Mitglied der Geschäftsleitung der Textil- und Warenhauskette Kik, Gewerkschaftsvertretern und Politikern sowie der Generalsekretärin der DSM diskutiert. Am Ende der kontrovers geführten Debatte waren sich immerhin alle darin einig, dass „Fair übers Meer“ ein gerechtfertigtes Anliegen ist, an dessen Realisierung weitergearbeitet werden muss.

Die 2013 in Kraft gesetzte Maritime Labours Convention ist ein Grundrechtekatalog der Wohlfahrt für alle Besatzungen, egal unter welcher Flagge sie beschäftigt sind. In dieser Konvention werden viele Parameter als Mindeststandards für die Menschen an Bord verbindlich geregelt, als da sind:
- Mindestanforderungen für die Arbeit von Seeleuten auf Schiffen,
- Unterkunft, Freizeiteinrichtungen, Verpflegung und Bedienung,
- Gesundheitsschutz, medizinische und soziale Betreuung sowie Schutz der sozialen Sicherheit.

Die Einhaltung dieser Konvention wird von den Hafenstaatskontrollen geprüft und gegebenenfalls sanktioniert.

Trotzdem sind auch im Jahr 2019 noch viele Missstände zu beklagen. Zwei Beispiele: Manchen Seeleuten werden nicht einmal die Heimatheuern bezahlt.  Die Einkommen des Servicepersonals auf Kreuzfahrtschiffen sind vielfach so niedrig, dass es auf die Trinkgelder der Passagiere angewiesen ist.

Hier gilt es nach Meinung der Seemannsmission, zu Tarifvereinbarungen zu kommen, die ein Einkommen über die Heimatheuern hinaus festschreiben und die Trinkgelder als Faktor für ein Grundeinkommen ausschließen. Janssen: „Es muss unsere Aufgabe sein, die Internationale Transport Arbeiter Föderation (ITF) in ihrem Ringen um eine Verbesserung der Heuersituation nachhaltig zu unterstützen.“

Um zu besseren Arbeitsbedingungen zu kommen, regt die Seemannsmission an, über die Einführung eines Siegels „Fair übers Meer“ nachzudenken. Ihr Vorschlag:  Standards festzulegen. Schiffseignern oder Schiffsbetreibergesellschaften, die diese Standards erfüllen, dann als Anreiz dieses Siegel zu verleihen. Unabhängige Jurys sollten darüber entscheiden, wer es bekommt.
 

 

DSM e.V.

Seemannsmission und Bischöfin unterstützen Reederappell zur Flüchtlingsrettung

Rückzug aus Mission Sophia nicht auf Kosten der Seeleute auf Handelsschiffen

Die Deutsche Seemannsmission und Bischöfin Kirsten Fehrs schließen sich der Kritik des Verbands Deutscher Reeder (VDR) am Rückzug der Marine aus der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer an. „Wir begrüßen diese klaren Worte“, sagte DSM Präsidentin Clara Schlaich am Donnerstag in Hamburg, „die EU muss eine Lösung finden für die menschlich und politisch so wichtige Frage der Bootsflüchtlinge im Mittelmeer. Zustände wie vor einigen Jahren dürfen sich nicht wiederholen, sie sind für Flüchtlinge und Seeleute untragbar.“ Der Rückzug der Deutschen Marine aus der Mission „Sophia“ im Mittelmeer führt dazu, dass noch weniger Schiffe zur Verfügung stehen, um Flüchtlinge in Seenot zu retten. Dann sind meist wieder die Handelsschiffe die einzigen Schiffe in der Nähe und damit nach internationalem Seerecht zur Rettung verpflichtet.

„Für die Seeleute sind solche Rettungseinsätze eine große Belastung, vor allem, weil die hochbordigen Frachtschiffe für diese Art der Rettung kaum geeignet sind“, ergänzt Seemannspastor Matthias Ristau (Hamburg). Wenn die schwierige Rettung gelingt, ist es belastend und inakzeptabel, wenn kein Hafen bereit ist, die Geretteten aufzunehmen. Mitarbeitende der Seemannsmission hören immer wieder von Seeleuten, wie es sie emotional mitnimmt, wenn die Rettung sich schwierig gestaltet, weil ihr Schiff einfach viel zu hoch ist, oder wenn vor ihren Augen Menschen ertrinken. Ristau kritisiert: „Die Seeleute stehen in dem Dilemma entgegen internationalem Seerecht einfach vorbeizufahren oder als Schlepper von Behörden wie z.B. in Italien kriminalisiert zu werden.“ Die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, Kirsten Fehrs, unterstützt ebenfalls den Appell von Reederverband und Seemannsmission. „Wir brauchen dringend koordinierte und professionelle Rettungseinsätze auf dem Mittelmeer. Auch wenn die Mission Sophia ursprünglich nicht zur Rettung von Flüchtlingen begründet worden war, hat sie faktisch Tausende von Menschenleben gerettet.“ Bischöfin Fehrs setzt sich in diesem Jahr als „Stimme der Seeleute“ für die Seemannsmission ein. Auf See ist der „Näheste“ der Nächste
Seemannspastor Matthias Ristau erläutert: „Seeleute retten Schiffbrüchige und Menschen in Seenot. Das ist uralte Selbstverständlichkeit auf See, denn da ist der Nächste ganz wörtlich derjenige, der am dichtesten dran ist. Deshalb werden diese zu Hilfe eilende Schiffe im internationalen Sprachgebrauch auf See auch heute noch als Good Samaritans bezeichnet. Das geht auf das biblische Gleichnis vom barmherzigen Samariter zurück, auf dem der Begriff der christlichen Nächstenliebe beruht.“

Der Verband Deutscher Reeder hatte am Mittwoch gefordert, dass die EU jetzt dringend eine Lösung in der Frage der Flüchtlingsrettung finden müsse: „Die deutschen Reeder werden ihrer Verantwortung gerecht und erfüllen die Vorgaben des internationalen Seerechts, um Menschen aus Seenot zu retten, wenn sie ihnen auf dem Mittelmeer begegnen oder von den zuständigen Stellen hierzu aufgefordert werden. Die europäische Staatengemeinschaft sollte aber keinesfalls erneut den Druck auf die Handelsschifffahrt erhöhen, indem sie sich einfach aus der Aufgabe zurückzieht. Für die Aufnahme von Dutzenden oder gar hunderten Menschen sind die Crews nicht ausgebildet und Frachtschiffe nicht ausgerüstet“, sagte der VDR-Geschäftsführer Ralf Nagel. Dem schließt sich die Deutsche Seemannsmission an. Deshalb muss es eine politische Lösung geben, bei der die Rettung der Menschen auf den Booten gemeinsam organisiert wird.
  

 

wilhelmshaven vorstand 0119DSM Wilhelmshaven

Prominente Schirmherrin gratuliert zum Geburtstag

Die Seemannsmission in Wilhelmshaven feiert ihr 60-jähriges Bestehen. Die Veranstaltungen werden als Beitrag zum Stadtjubiläum verstanden.

Die Stadt Wilhelmshaven feiert ihr 150-jähriges Bestehen, da will auch die Deutsche Seemannsmission ihren Beitrag zu den Jubiläumsfeiern leisten - mit ihrem eigenen Jubiläum. Am 11. Juni 1959 wurde sie ins Handelsregister eingetragen.

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Foto: WZ Lübbe - Viel ehrenamtliches Engagement war auch bei der Programmgestaltung für die Geburtstagsfeier der Seemannsmission gefordert. Verantwortlich dafür sind die Vorstandsmitglieder (vorne v.li.) Susanne Thomas (Beisitzerin), Martina Zilian (Schatzmeisterin) und Kapitän Ernst Grueter (2. Vorsitzender), dahinter Martina Hoschatt (Schriftführerin), Seemannspastor Peter Sicking und Vorsitzender Wilfrid Adam . WZ-Foto: Lübbe
 

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