sassnitz club innenDSM Sassnitz - DSM Rostock

Ein Stück Heimat in der Ferne

Wer Monate Enge und Eintönigkeit auf dem Schiff verkraften muss, der braucht Abwechslung in den Häfen. Dafür ist die Seemannsmission da. – Quelle: https://www.svz.de/18963921 ©2018

Lichter huschen über die Tanzfläche, die Mikrofone sind angeschaltet, aber noch ist kein Matrose in Stimmung für Karaoke. Die wenigen Besucher in der oberen Etage des Terminals im Hafen von Sassnitz-Mukran starren auf ihre Smartphones. Ein funktionierendes Funknetzwerk ist das Erste, was Seeleute auf ihrem Landgang brauchen. Zunächst wird mit der Familie gechattet – und später dann gesungen. – Quelle: https://www.svz.de/18963921 ©2018

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Text: Henning Kraudzun, Foto: Stefan Sauer
 

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Am Ende aufrecht gehen

”Wir liegen vor dir im Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.” Dieser Vers aus dem Buch des Propheten Daniel, Kap. 9,18 ist der Wochenspruch für die kommende Woche in der die Vorpassionszeit beginnt, der dann die Passionszeit ab Aschermittwoch folgt.

„Wir liegen vor dir mit unserem Gebet“ ist eine Formulierung, die mich berührt. Dabei denke ich an Menschen, die dauerhaft liegen, weil sie aus unterschiedlichen Gründen nicht stehen, sitzen oder sonst irgend etwas können. Vor Gott liegen reicht also aus. Nichts zu tun genügt. Im weitesten Sinne Betriebsamkeit auch einmal Betriebsamkeit sein zu lassen, weil der Gnade Gottes nichts hinzufügen ist. Diese ganze lange Passionszeit nutzen um wieder zu sich zu kommen, um bei sich zu sein. Das Liegen ist eine gute Methode dafür. Sich besinnen, d.h. in aller Ruhe Selbsterfahrung und auch Selbstkritik zu üben, um sich selbst in einem anderen Licht zu beleuchten und zu sehen. Dabei sind wir dann frei von Selbstgerechtigkeit und auch dem Druck es anderen Recht machen zu wollen. Aus diesem Prozess dann zurück in das pulsierende Leben, neu hinein zu tauchen, es begleiten und zu leben, dafür könnte diese Zeit eine gute Kraftquelle sein. Denn eben darin können wir die große Barmherzigkeit Gottes wahrnehmen, dass wir uns immer wieder das Leben, unser Leben, neu erschließen und neu entdecken. Aus dieser Barmherzigkeit wird uns geschenkt, uns wieder aufrichten zu können, im weitesten Sinne aufzustehen und zu gehen.

Seemannsdiakon Folkert J. Janssen, Rostock
  
 

krayenkamp wechselDSM Krayenkamp

Neue Leitung für das Seemannsheim Krayenkamp

Zum Jahreswechsel bekommt das Seemannsheim Krayenkamp am Hamburger Michel eine neue Leitung. Nach 14 Jahren gibt Inka Peschke (64) die Geschäftsführung an die Diakonin und ehemalige Klinikleiterin Susanne Hergoss (61) ab.

Das Seemannsheim mit seinen 83 Zimmern sei ein "eigener Mikrokosmos", in dem sich die Entwicklung der internationalen Seeschifffahrt widerspiegelt, sagt Inka Peschke. Sie werde sich künftig um ihre Familie und ihren Seekarten-Verlag kümmern. Offiziell verabschiedet wird sie am 17. Januar 2018.
Andachten im Seemannsheim

Verbindungen zur Seefahrt hat Susanne Hergoss vor allem durch ihre tägliche Schiffsfahrt mit der Hadag-Fähre von Finkenwerder in die Innenstadt. Die gelernte Krankenschwester hat zuletzt ein Altenheim und ein Krankenhaus in Hamburg geleitet. "Jetzt möchte ich mal ganz etwas anderes machen." Als ausgebildete Diakonin wird sie auch Andachten im Seemannsheim anbieten, die im Advent, zu Erntedank und zum Totengedenken in der kleinen Kapelle des Hauses gefeiert werden.

Nur noch selten dient das Seemannsheim als hafennahe Schlafstätte der Seeleute zwischen zwei Jobs. Gut ein Viertel der Bewohner lebt hier schon seit Jahren, beobachtet Inka Peschke. Ältere Seeleute aus dem Ausland, die bei einer deutschen Reederei angeheuert hatten, müssten in Deutschland leben, wenn ihre Rentenansprüche nicht verfallen sollen. Viele würden aber auch im Rentenalter noch hier leben, weil die Gesundheitsversorgung besser ist als in ihrer Heimat. Weil viele Seeleute zu Hause ihre Großfamilie unterstützen, müssten sie sich hier auch als Rentner mit Gelegenheitsjobs etwas dazuverdienen.
Auch Touristen kommen

Mittlerweile hat sich das Seemannsheim auch für Touristen geöffnet, die allerdings einen höheren Preis als die Seeleute zahlen müssen. Dazwischen finden sich auch einzelne Seeleute, die nur für eine Nacht bleiben, oder Schulungsgruppen der Reedereien. Die 25 Mitarbeiter stammen aus sieben verschiedenen Ländern. Doch finanziell überleben kann das Haus nur durch Spenden und die Schiffabgaben der Reeder. Träger ist die Seemannsmission Hamburg.
Durchsetzungskraft vonnöten

Susanne Hergoss hat sich bereits einige Wochen lang eingearbeitet. Sie müsse schon durchsetzungsfähig sein, hat sie von ihrer Vorgängerin mit auf den Weg bekommen. Wenn sich Ghanaer und Filipinos am Küchenherd streiten, sei auch mal ein Machtwort fällig, so Inka Peschke. Doch Durchsetzungskraft ist in der Familie von Susanne Hergoss möglicherweise sogar erblich. Sie stammt aus einer Pastorenfamilie und einer ihrer Vorfahren war der Reformator Martin Luther.

Foto / Text: epd Thomas Morell
 

duckdalben clubDSM Hamburg-Harburg

Weniger Seeleute, mehr Internet im Duckdalben

Weil immer weniger Seeleute an Bord sind und die Zeit knapp ist, begrüßte das Hamburger »Duckdalben« 2017 weniger Gäste. In diesem Jahr soll dennoch die Millionen-Grenze überschritten werden.

Auffällig war, dass immer mehr Besatzungsmitglieder online aktiv sind, heißt es in der Bilanz des »Duckdalben«. Von den 33.226 Seeleuten, die 2017 den »international seamen´s club« der Seemannsmission Hamburg-Harburg besuchten, nutzen 29.857 das im Club verfügbare Internet, fast 90 %. Vor drei Jahren waren es den Angaben zufolge etwa die Hälfte.

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festmachen jahreslosungFestmachen 2018 - Jahreslosung

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Offenbarung 21,6 (Lutherbibel)

Starke Hoffnungsbilder stehen am Schluss der christlichen Bibel: Alles neu, kein Leid, keine Tränen mehr, eine neue Stadt, Gott ganz in der Nähe bei den Menschen, Quelle des lebendigen Wassers. Nach Kämpfen, Gericht und Zerbruch kommt das große Ziel der Geschichte in den Blick. Es bleibt nicht beim Alten, sondern Gott wird alles wieder zurecht bringen, was durcheinander geraten ist. Sauberes Trinkwasser ist für mehr als eine Milliarde Menschen physisch oder finanziell unerreichbar. Verschmutztes Wasser und mangelnde Hygiene verursachen Krankheiten, an denen jährlich etwa 1,8 Millionen Menschen sterben. Absolut notwendig, dass das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser im Jahr 2010 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt worden ist.

Wasser ist Leben und gibt Leben. Es ist Lebensgrundlage und immer wieder neu erfrischend. Als Quelle neuer Kraft kann es besonders die Not der Menschen wenden, die an die Grenzen ihrer körperlichen und seelischen Kräfte gelangt sind. Gerade sie sind die „Durstigen“, die nach einer Quelle suchen, aus der Sie Lebenskraft und Lebensmut schöpfen können. In wüstenreichen Ländern ist jede Quelle ein unschätzbares Gut.

Gott verspricht, dass er dem Durstigen „lebendiges Wasser“ geben will, ohne Vorbedingung. Das Versprechen Gottes ist nicht an Geld oder Frömmigkeit gebunden, sondern darf als Geschenk empfangenwerden, indem wir uns seinem Hoffnungswort anschließen, ihm glauben.

Jesus Christus spricht von sich auch vom „Wasser des Lebens“. Bei ihm ist die „Quelle des lebendigen Wassers“ zu finden. Sein Wort gibt frische und lebenserhaltende Kraft.

Der Mensch, der durch das von Gott verheißene lebendige Wasser erquickt wird, wird seinerseits zur Quelle für den nahen und fernen Nächsten werden. Wenn ein Baum fest im Erdreich gegründet ist und seine Wurzeln bis an die Wasserquellen reichen, kann er gedeihen, dann wachsen Blätter und Früchte, dann bietet er Schutz und Orientierung.

Nun sagt uns die Erfahrung, dass es nicht nur frisches Wasser gibt, sondern dass Verunreinigung das Wasser verderben kann. Und gerade in der Seefahrt weiß man auch um das Unheimliche des Wassers und die Gefahren der See. Die gegenwärtige Wirklichkeit ermangelt oft des quellfrischen Wassers. Umso wichtiger, dass wir uns die starken Hoffnungsbilder sagen lassen, die über unsere Erfahrungen hinausragen, und dass wir uns in unserem Leben daran ausrichten und aufrichten.

Oberkirchenrat Dr. Erhard Berneburg, Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste
 

maritimer adventskalender 2017 coverMaritimer Adventskalender 2017

And The Winner Is ...

Hinter den 24 Türchen des Kalenders verbargen sich nicht nur interessante Informationen aus der Welt der Schifffahrt. Jeder Kalender konnte einen Gewinn bescheren: Es gab viele grosse und kleine Überraschungen - von Schiffsreisen über Kaffemaschinen bis hin zu Gutscheinen eines bekannten schwedischen Einrichtungshauses.

Leider brachte nicht jeder Kalender Glück. Ein*e Besitzer*in schrieb an die Seemannsmission Brunsbüttel warum der Kalender trotzdem einen Gewinn darstellt: "Auch wenn mein Kalenderlos nichts gewonnen hat, so habe ich doch viel gewonnen.
Für mich und unsere Familie war die Seemannsmission früher oftmals der erste Anlaufpunkt, wenn unser Vater nach langer Reise mal wieder in Rotterdam vor Reede lag und wir mit dem Zug von Schleswig-Holstein angereist sind um ihn ein zwei Tage zu besuchen. Das ein oder andere mal mussten wir auch übernachten. Und wir wurden immer toll versorgt. Das ist nun zwar mehr als ca. 50 Jahre her. Vergessen werde ich es jedoch nie. Dafür danke. Und deshalb hat auch mein Kalender gewonnen."

hgr
 

DSM Rostock

Den Wurzeln auf der Spur

Werkstattschüler erforschen Geschichte der Seemannsmission / Weihnachtspäckchen sind gepackt / Dank beim Adventsfrühstück

Im heimischen Hafenrevier ist der Seemannsclub Hollfast ein wichtiger Ankerplatz. 5500 Seeleute steuerten ihn in diesem Jahr wieder an und von den Mitarbeitern der Seemannsmission erfolgten über 2000 Bordbesuche. Und das obwohl dem Team um Seemannsdiakon Folkert Janssen (60) praktisch ein Monat fehlte. Im Februar/März verjüngten Handwerker die Räume auf der Rückseite des Hafenrestaurants, in denen die Seemannsmission inzwischen nahezu zehn Jahre ihren Sitz hat und von hier aus ihre sozial-fürsorgliche Arbeit für die Seeleute leistet. Mobiliar wurde aufgearbeitet, Fußboden erneuert, die gesamte Einrichtung aufgefrischt. Davon konnten sich vergangenen Freitag auch die zum Adventsfrühstück in den Club geladenen Gäste überzeugen mit dem bereits traditionell die Seemannsmission ihren Unterstützern für die gute Zusammenarbeit dankt.
Unter den Gästen waren mit der Lehrerin Beate Behrens und der Schülerin Milla Mann auch zwei Vertreter der Werkstattschule aus der Rostocker Südstadt. Ihnen wurde besonderer Dank der Seemannsmission zuteil: Die Schüler Milla Mann und Friedrich Lemke (zurzeit im Schüleraustausch in lndien) waren in einem Pro jekt den historischen Wurzeln der Deutschen Seemannsmission (DSM) in Rostock auf der Spur. Mit dieser Untersuchung beteiligten sie sich am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Thema „Gott und die Welt, Religion macht Geschichte“. Ihr Beitrag „Hollfast“ wurde Landessieger und im Schloss Bellevue in Berlin mit einem 3. Preis des Bundespräsidenten geehrt.

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Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen.

Psalm 38,10 (Einheitsübersetzung)

festmachen 2018 10 thumb200

Sehnen, Seufzen, ach du meine Güte!
Darüber rede ich eigentlich nicht so gerne. Wenn ich mich nach etwas „sehne“ oder Grund habe zum Seufzen, ist das schließlich meine Sache und geht andere Leute nichts an.

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fair ueber meer 04

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