140 Jahre zum Wohl aller Seeleute
Hamburg. Die Deutsche Seemannsmission hat auf 140 Jahre ihres Bestehens zurückgeblickt und dies mit einem Gottesdienst und anschließendem Empfang mit gut 150 Gästen am Montag, 7. September ab 17 Uhr in der Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg gefeiert. Die Deutsche Seemannsmission e.V. ist der Dachverband der 33 Standorte im In- und Ausland.
„Hinter jedem Container, jedem Schiff und jeder Lieferkette stehen Menschen – und deshalb braucht die Kirche einen weiten Horizont – gerade auf See. Die Deutsche Seemannsmission lebt seit 140 Jahren aus dem Auftrag, hinzusehen, hinzugehen und an der Seite der Seeleute für ihre Würde und ihre Rechte einzustehen“, sagte Frank Kopania, Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland.
„Ein Seemann ist keine Arbeitskraft, sondern zuallererst ein Mensch mit einer Familie, mit Hoffnungen und Ängsten und mit einer eigenen Geschichte. Dass diese Menschen gesehen, gehört und in ihrer Würde geachtet werden, ist ein zutiefst christlicher Auftrag – und dafür steht die Deutsche Seemannsmission seit 140 Jahren“, so Kopania.
Clara Schlaich, Präsidentin der Deutschen Seemannsmission e.V., warf in ihren
Begrüßungsworten ein Schlaglicht auf die Situation der Seeleute inmitten von Sicherheitspolitik, Handelskriegen und Seuchenschutz: „Wie unter einem Brennglas wirken sich die Krisen der Welt schlagartig auf die Situation in den Häfen aus. Werden sie Gefängnisse für Seeleute oder zu einem verbindlichen Hafen?“
„Nur wenige Organisationen können auf 140 Jahre Geschichte und Dienst am Menschen zurückblicken“, sagte Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium. „140 Jahre, in denen sich die gesamte maritime Wirtschaft stetig und stark gewandelt hat. 140 Jahre, in denen Kriege, Krisen und wirtschaftliche Umbrüche bewältigt werden müssen. 140 Jahre, in denen die Deutsche Seemannsmission von Generationen von Seeleuten ein verlässlicher Hafen geblieben ist. Das ist eine außergewöhnliche Leistung“, so Stutz.
„Eine leistungsfähige Schifffahrt braucht gute Rahmenbedingungen, hohe Sicherheitsstandards und qualifizierte Fachkräfte. Sie braucht aber ebenso den Blick auf Menschen, die tagtäglich dort arbeiten. Sie braucht Menschlichkeit“, erklärte die Staatssekretärin. Stutz erinnerte daran, dass Menschlichkeit, Verantwortung und Nächstenliebe umso wichtiger seien, um die Herausforderungen, die es heute auch in der maritimen Wirtschaft gebe, erfolgreich zu meistern.
Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard, überbrachte die herzlichen Glückwünsche des Senats. 140 Jahre gelebte Mitmenschlichkeit und Menschenliebe – mit der Zeit hätten sich die Arbeitsbedingungen, die Arbeit von Seeleuten und auch der Seemannsmission verändert, so Leonhard. „Geblieben ist die Notwendigkeit der Hinwendung zu den Menschen. Ein freundliches Wort, ein offenes Ohr, eine helfende Hand, ein bisschen Zuversicht und ein menschliches Gesicht, daran hat sich seit 140 Jahren nichts geändert, das wird weiter notwendig bleiben“, sagte die Senatorin.
„Letztendlich geht es dem Seemann nicht um das Logo auf einem Shirt. Seeleute müssen nur wissen, dass jemand da ist. Und das ist eine der großen Stärken der Seemannsmission“, sagte Tomi Toluhi, Geschäftsführerin der britischen Seemannsmission The Mission to Seafarers in ihrer Grußbotschaft.
„Vielleicht ist eine der wichtigsten Dinge, die wir heute feiern, während wir 140 Jahre Geschichte feiern, ist, dass wir Treue feiern. Wir feiern die unzähligen Schiffsbesuche. Wir feiern Gespräche. Wir feiern Reisen. Wir feiern Gesten der Gastfreundschaft. Wir feiern Betreuung in Krisenmomenten. Wir feiern die einfachen menschlichen Begegnungen, die nie in einem jährlichen Bericht erscheinen werden, aber die ein Seefahrer für den Rest seines Lebens erinnern wird. Im Namen aller bei The Mission to Seafarers danke ich Ihnen allen, die Sie die Mission über die vergangenen 140 Jahre getragen haben und besonders all jene, die die Seemannsmission in die Zukunft tragen.“
Toluhi überbrachte auch die Glückwünsche der International Christian Maritime Association (ICMA). Die ICMA ist der weltweite Zusammenschluss von 27 christlichen NGOs, die sich um das Wohl von Seeleuten, Fischern und deren Familien kümmern. „Lassen Sie die Deutsche Seemannsmission weiterhin ein Ort des Willkommens sein, ein Ort der Begeisterung, ein Ort der Empathie, ein Ort der Hoffnung für Seeleute.“
„Ich danke der Deutschen Seemannsmission auch dafür, dass sie die Bedeutung der Seeleute in der Öffentlichkeit und Politik nicht nur unterstreichen, sondern uns auch immer wieder zumuten. (…) Denn wir brauchen ein Bewusstsein und Wertschätzung für diese wichtige Tätigkeit“, so Leonhard.
Die Wirtschaftssenatorin würdigte auch die Arbeit der vielen Haupt- und Ehrenamtlichen der Seemannsmission weltweit. „Mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Stationen, im In- und Ausland der Deutschen Seemannsmission das Tor zur Unterstützung für Seeleute aus aller Welt. Es geht um ein Gespräch, einen Rat, die Weitervermittlung, die Versuchung der Hilfe, die Vermittlung medizinischer Unterstützung oder um ein Stück Schokolade. Alles ist gleichermaßen bedeutungsvoll.“























