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Seefahrt und Corona: Alle Mann bleiben an Bord

Ein Audiobeitrag des Dlf-Magazins vom 15.10.2020. Autor: van den Berken

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duckdalben ankeDSM Duckdalben

"Danke, Anke, für 25 Jahre Duckdalben"

Stellvertretende Leiterin des Internationalen Seemannsclub im Hamburger Hafen feiert Jubiläum

Gäbe es das Wort „Powerfrau“ noch nicht, mit Anke Wibel, der stellvertretenden Leiterin des Internationalen Seemanns- club Duckdalben in Hamburg- Waltershof, erführe es die leibhaftige Entsprechung.
Mit dem Stichtag 1. Okto- ber verbindet „Anke“ etwas Besonderes: Sie arbeitet nun- mehr seit 25 Jahren für einen der weltweit erfolgreichsten und beliebtesten „Ankerplät- ze für Seeleute“.

Den gesamten Artikel lesen Sie im THB vom 02.10.2020 - Printausgabe

 

Die Deutsche Seemannsmission e.V. schreibt ihr zu diesem besonderen Tag:

Liebe Anke,

25 Jahre aktiv für die Seemannsmission in Hamburg – ein Grund herzlich zu gratulieren und vor allem Danke zu sagen. Danke für allen Einsatz für Seeleute und die Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen, Danke für Dein Engagement im Duckdalben und weit darüber hinaus in der Seemannsmission insgesamt, Danke für das bereitwillige Einbringen Deiner Erfahrung und Deiner Weitsicht für die Zukunft unserer Arbeit.

Mögest Du auf all Deinen Wegen weiter behütet bleiben und Deinen Dienst für die Seemannsmission mit viel Energie noch viele und lange Jahre fortsetzen!

Glück und Segen zum 25. Dienstjubiläum!
  

 

lehavre feteme2r20DSM Le Havre

Auch am 67. Fest des Meeres nahm die Deutsche Seemannsmission teil

Diese bestand wie all die Jahre zuvor aus einer Messe und der anschließenden Segnung von Schiffen und ihren Besatzungen im Binnenhafen, was eine sehr bewegende Handlung ist.

Kurze Hintergrundinfo:
Für den Hafen von Le Havre ist der gesamte Verkehr in der ersten Hälfte des Jahres 2020 rückläufig: --27% für Container, -24% für Flüssigkeiten (Raffinerie) und -70% für Ro-Ro (Autos). Glücklicherweise hat sich der Rückgang seit Juni verlangsamt. Die Kreuzfahrtaktivitäten sind jedoch nach wie vor beeinträchtigt, und der Fährverkehr mit England hat sich nur teilweise erholt. Hinter diesen Zahlen stehen die Matrosen. 

lehavre fetemer20Die Messe wurde von Pater Guy Pasquier und einem Komitee aus Freiwilligen gestaltet, während Bischof Jean-Luc Brunin diese leitete und die Segnung auf einem frz. Marineschiff durchführte.

In seiner Ansprache fasste er wie folgt und sehr treffend die aktuelle Situation zusammen:
„An diesem Vormittag denken wir insbesondere an alle Fachleute, die in den Häfen tätig sind, sowie an das Personal von Unternehmen, die mit maritimen Tätigkeiten zu tun haben. Jede Besatzung ist eine Mikrogesellschaft, die sich aus Menschen verschiedener Nationalitäten, Kulturen und Religionen zusammensetzt, die verpflichtet sind, innerhalb des begrenzten Umkreises eines Bootes "zusammenzuleben" und im Bewusstsein einer gemeinsamen Mission und eines gemeinsamen Schicksals zu wachsen. Insbesondere in einem Umfeld, in dem sie permanenten Risiken ausgesetzt sind. Wir können von den Seeleuten die Grundlage für ein Zusammenleben frei von Rivalität und Gewalt lernen. In Zeiten natürlicher, gesundheitlicher, sozialer oder wirtschaftlicher Stürme erinnern uns Seeleute daran, dass wir uns nicht den Luxus von Spaltung, Intoleranz und Gewalt zwischen verschiedenen menschlichen Gruppen leisten können, sondern auf demselben Planeten, unser "gemeinsames Haus", bauen.“

Seemannsdiakonin Silvie Boyd übernahm in der Messe in althergebrachter Manier eine der Lesungen, die diesjährige stammte aus einem der Römerbriefe des Apostel Paulus und veranschaulichte wunderbar die diakonische Aufgabe in der täglichen Arbeit der Deutschen Seemannsmission weltweit: das Handeln für den Nächsten am Nächsten für uns ist dieser beispielsweise der Koch Matteo von den Philippinen, der Ingenieur Dhanraj aus Indien oder eben auch die Offizierin Tamara aus Deutschland aus Nächstenliebe, denn wie sagt es sich so schön mit Jakobus 2, 26: Der Glaube ohne Werke ist tot.

Die Zusammenarbeit der Deutschen Seemannsmission in Le Havre ist eng mit denen der „Gens de la Mer“ verknüpft, die wir weltweit als Stella Maris oder Apostleship of the Sea kennen. Hier geschieht momentan in beiden Missionen nicht nur ein Generations- sondern auch ein Genderwechsel. Sr. Cécile (chin. Herkunft mit Studium in Manila) wird die Schiffsbesuche für Stella Maris durchführen, und Silvie Boyd (vorher Leiterin des Foyer du Marin in Douala, Kamerun) ist seit Anfang August für die Deutsche Seemannsmission als Seemannsdiakonin tätig. Als itf Agentin werden die beiden in schwierigen arbeitsrechtlichen Belangen von der itf Inspektorin Corine Archambaud unterstützt.

Foto: DSM Le Havre
  
 

united sea watch 09 2020United4Rescue

"Sea Watch 4" in Palermo festgesetzt

Das deutsche Rettungsschiff „Sea Watch 4“ darf den Hafen von Palermo nicht verlassen. Die Behörden berufen sich auf Sicherheitsmängel. Die Seenotretter finden das absurd.

Italienische Behörden haben das deutsche Seenotrettungsschiff „Sea Watch 4“ in Palermo festgesetzt. Zur Begründung seien angebliche Sicherheitsmängel genannt worden, erklärte „Sea Watch“ in der Nacht zum Sonntag auf Twitter: „Elf Stunden lang suchten die Inspektoren nach der Nadel im Heuhaufen – und fanden einmal mehr absurde Gründe, um uns festzusetzen.“ Derweil rettete das ebenfalls deutsche Schiff „Alan Kurdi“ am Samstag 133 Menschen in Seenot.

Gesamten Artikel auf faz.net lesen
 
   

united bedford-strohmBedford-Strohm: Festsetzung Sea-Watch 4 ein "Akt der Willkür"

Die italienischen Behörden haben das Seenotrettungsschiff Sea-Watch 4 im Hafen von Palermo festgesetzt. Nun reagiert der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und kritisiert, die Rettung von Menschen aus Seenot solle so verhindert werden.

Nachdem die italienischen Behörden im Hafen von Palermo das zivile Seenotrettungsschiff Sea-Watch 4 festhalten, hat sich nun der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, zu Wort gemeldet. Er kritisiert die Festsetzung als Akt unverantwortlicher Willkür.

Fordert italienische Behörden auf, Schiff frei zu lassen

Dies sei mittlerweile das fünfte zivile Seenotrettungsschiff in fünf Monaten, das blockiert werde, sagte Bedford-Strohm laut einer Mitteilung der EKD. Einer der Vorwürfe sei, dass zu viele Rettungswesten an Bord seien. "Unter dem Vorwand der Schiffssicherheit soll ganz offensichtlich die Rettung von Menschen aus Seenot verhindert werden", so Bedford-Strohm. Zusammen mit mehr als 600, zum Teil internationalen Bündnispartnern von United4Rescue, die das Auslaufen der Sea-Watch 4 möglich gemacht haben, verurteilte Bedford-Strohm "diesen unverantwortlichen Akt der Willkür aufs Schärfste" und forderte die italienischen Behörden auf, das Schiff frei zu lassen.

Gesamten Artikel auf br.de lesen
  
 

news hartmannSeeschifffahrt

Helft endlich den Seefahrern

Alfred Hartmann, Präsident des Verbandes Deutscher Reeder:

"Ich schreibe Ihnen in tiefer Sorge um viele Seefahrer. Noch immer ist der Crewwechsel weltweit ein großes Problem. Noch immer hängt die Versorgung mit Rohstoffen, Gütern aller Art, aber auch mit Lebensmitteln und Medikamen­ten davon ab, dass Seeleute Wochen und Monate über ihre Dienstzeit hinaus auf Handelsschiffen fahren.

Es ist ein Skandal, dass das Schicksal der Seeleute offensichtlich selbst seefahrende Natio­nen so wenig interessiert.

Als wir im April und Mai auf dieses wachsen­de Problem aufmerksam machten, haben viele, auch in den Medien, das Thema aufgegriffen. Von der EU über die UN bis zum Papst kam Unterstüt­zung. Solidarität war zu spüren. Deutlich wurde auch, wie entscheidend Schifffahrt für die Versor­gung ganzer Volkswirtschaften ist.

Und heute, Monate später? Wir hören Be­richte von Seeleuten, die nun seit anderthalb Jahren an Bord arbeiten müssen, weil Staaten die Ablösung verhindern; von Ersatzcrews, die um die Welt geflogen sind, in Sichtweite des Schiffs stehen – aber von lokalen Ämtern nicht an Bord gelassen werden. Wir kennen einen Fall, bei dem ein an Herzinfarkt verstorbener Seemann wo­chenlang im Kühlraum des Schiffes aufgebahrt werden musste, weil ein Hafen seine Heimfüh­rung nicht erlaubte.

Geschätzt nur ein Drittel aller Crewwechsel sind derzeit weltweit möglich – organisiert von den Reedereien mit enormem Aufwand. Mehr als eine Viertelmillion Seefahrer weltweit warten da­rauf, in die Heimat zurückzukehren.

Es ist ein Skandal, dass es Regierungen gibt, die Seeleute derart auf Schiffen einsperren.

Es ist ein Skandal, dass wohl erst eine Katas­trophe passieren muss, bevor Behörden handeln.

Ich habe vor diesem Hintergrund ein gewis­ses Verständnis dafür, dass manche Gewerkschaft jetzt härtere Maßnahmen verlangt. In Australien etwa hat die ITF kürzlich drei Schiffe, darunter auch das eines VDR­Mitglieds, am Weiterfahren hindern wollen. Doch das ist der falsche Weg. Wir haben in den vergangenen Monaten so vertrau­ensvoll wie selten zuvor mit dem Sozialpartner zusammengearbeitet, um Erleichterungen für Seeleute zu erreichen.

Was wir jetzt brauchen, ist noch mehr Geschlossenheit. Zwischen Reedereien und Gewerkschaften und darüber hinaus. Was hindert die Kunden der Reedereien, So­lidarität mit denen zu zeigen, die ihre Logistikket­ten auch in Pandemiezeiten in Bewegung halten?

Vielleicht braucht es noch öffentlichkeits­wirksamere Aktionen, um zu zeigen, was auf dem Spiel steht.

Es geht um die Gesundheit unserer Seeleute.Es geht um die Sicherheit der Versorgung. Es geht um die Arbeitsplätze in den Fabriken, die ohne Lieferungen nicht weitermachen können.

Es geht uns alle an."

Ausgabe 03/2020 von "Deutsche Seeschiffahrt" lesen
 
 

Internationaler Jugendfreiwilligendienst

ijfd 2019 2020

Abmustern und Anheuern

Sommerseminar der IJFD-Freiwilligen in Bremerhaven

Sechs Freiwillige im IJFD schließen ihre Zeit bei der Seemannsmission ab – sieben Freiwillige kommen neu in die Stationen Amsterdam, Antwerpen und Rotterdam. Aus diesem Anlass fand in Bremerhaven ein Sommerseminar statt, das dem Rückblick und der Vorbereitung, der Reflexion und der Schulung diente. Immerhin war unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie dabei auch eine kurze Begegnung beider Gruppen bei einem Deichspaziergang unter glühender Sonne möglich. Die Stationsleiter Jörg Pfautsch und Jan Janssen hatten das Programm mit engagierten Beiträgen der erfahrenen Bremerhavener Kolleginnen und Kollegen neu konzipiert. Der Einsatz neuer Medien im Miteinander führte zu viel Kreativität und dabei einer Menge Spaß. Auch eine Hafenrundfahrt und Besuche im Seemannsclub Welcome fehlten nicht. Der Eindruck war, sich trotz der erschwerten Bedingungen für Bordbesuche nicht unterkriegen zu lassen.

„Adieu!“ und „Merci!“ an die Freiwilligen, die nun um viele Erfahrungen reicher weiterziehen werden – „hartelijk welkom!“ an die Freiwilligen, die ab dem 1. September ein spannendes Jahr bei der Seemannsmission mit ihren Talenten mitgestalten werden

Text und Foto: Seemannspastor Jan Janssen
 
 

rotterdam whv besuch

DSM Rotterdam

Seemannsmission Wilhelmshaven besucht Rotterdam

Treffen mit Seemannspastor Jan Janssen

"Ich freue mich sehr, Vertreter der deutschen Seemannsmission meiner Heimatstadt Wilhelmshaven in den Niederlanden und hier in Rotterdam begrüßen zu können. Wir wollen unsere Arbeit im größten europäischen Seehafen vorstellen und gleichzeitig im Gespräch unsere gemeinsamen Erfahrungen in der Betreuung von Seeleuten der unterschiedlichsten Nationalitäten in Rotterdam und Wilhelmshaven austauschen”.
Mit diesen Worten begrüßte der Rotterdamer Seemannspastor, Jan Janssen, eine Gruppe der Wilhelmshavener Seemannsmission in einem der weltgrößten Häfen.
Die Wilhelmshavener Delegation bestand aus Vorstand, Schiffsbesuchern und Freunden der Seemannsmission unter Leitung ihres Vorsitzenden Wilfrid Adam und Seemannspastor Peter Sicking. Sie wurde begleitet von den Mitgliedern der Jazzband “Die Vier” unter Leitung von Prof. Dr. Götz Strömsdörfer mit Rüdiger Kramp, Mike Tönjes und Dietmar Szech, die eine von den beiden Seemannspastoren gestalteten, maritimen Abendandacht im Gemeindehaus der Deutschen Evangelischen Gemeinde Rotterdam musikalisch umrahmten. Nach einem Imbiss ließen "Die Vier" den Abend mit ihrer Musik ausklingen und erhielten dabei viel Applaus für ihr exzellentes Spiel.
In Rotterdam nahmen die Wilhelmshavener an einem umfangreichen Informationsprogramm teil, das Jan Janssen mit seinen freiwilligen Mitarbeitern aus der örtlichen DSM Station vorbereitet hatten. Interessante Informationen bekam man auf der Rundfahrt durch fast alle Hafenteile der europäischen Hafenmetropole bis zur Maasvlakte. "Rotterdam, der größte europäische Hafen, spielt eine bedeutende Rolle für fast alle europäischen Verbraucher und wird von den größten Schiffen der Welt voll beladen mit bis zu 20.000 Containern angelaufen", so Jan Janssen auf der Rundfahrt, die von ihm sehr kompetent geleitet wurde.
Im Informationszentrum “Futureland” auf der Maasvlakte erfuhren die Wilhelmshavener nicht nur viel über den Hafen und seine Planungen. Sie stellten sogar sehr erfreut fest, dass auch Wilhelmshaven mit dem JadeWeserPort erwähnt wurde, mit dem Hinweis, dass nur Rotterdam und Wilhelmshaven in Europa von den größten Containerschiffen vollbeladen angelaufen werden können.
Bei einer großen Hafenrundfahrt mit der “Marco Polo” erfuhr man, dass Ziel des Hafens Rotterdam die ständige Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit als logistische europäische Drehscheibe und auch als Industriekomplex von Weltklasse sei. Das beeindruckende Hafengeschehen bestätigte den Wilhelmshavenern diese Zielvorstellung.
 
Spaziergänge durch den “Oude Westen”, ab Willemsplein durch die unterschiedlichen Museumshäfen mit vielen Industriedenkmälern und ein Besuch der historischen Markthalle rundeten einen sehr interessanten Informationsbesuch ab. Mit tief bewegenden Eindrücken über die Ausmaße des Rotterdamer Hafens und den maritimen Zukunftsplanungen trat man zufrieden die Rückreise nach Wilhelmshaven an, nicht jedoch ohne das Versprechen der Vertreter der Seemannsmissionen, noch enger als bisher zusammenzuarbeiten und Erfahrungen auszutauschen, sowie mit segensreichen Abschiedsworten von Pastor Jan Janssen.

Foto (DSM/Sebastian Dankers) der Schiffsbesucher
von links: (hinten) Horst Wilkens, Calvin Grünebaum, Ulf Dankers, Ernst Grüter, Hannfried Teerling, Jan Janssen, Peter Sicking
vorn von links: Dr. Hildegard Hagenmüller, Angela Homuth,  Wilfrid Adam 
 
 

bhv wieder gesundDSM Bremerhaven

Besondere Herausforderung gemeistert

Vom 19.7. bis zum 5.8. sah sich der hafenärztliche Dienst unter Leitung von Frau Dr. Beykrich in Zusammenarbeit mit der Seemannsmission Bremerhaven vor einer besonderen Herausforderung gestellt: Es galt drei unterschiedliche Quarantäneorte für Seeleute eines Kreuzfahrtschiffes zu finden. Ein phillippinischer Seemann war an Corona erkrankt, entwickelte ein vollständiges Krankheitsbild, einschließlich Verlust des Geschmackssinns und wurde in einer Isolier-Station des städtischen Krankenhauses eingewiesen, vier andere Seeleute, drei Indonesier und ein Bosnier, waren asymptomatisch Corona-Infizierte, die keinerlei Krankheitsmerkmale aufwiesen und wurden deshalb in ein Pflegehotel am Stadtrand untergebracht und ein sechster indonesischer Seemann war Kontaktperson 1. Grades, negativ getestet, den wir bei uns im Seemannshotel in einem Seitenflügel in der zweiten Etage aufnahmen. Von vornherein war auch durch hafenärztliche und polizeiliche Auflagen klar, dass sowohl im Pflegehotel als auch im Portside die Quarantäne unter Hinzuziehung eines 24-Stunden-Security-Dienstes überwacht werden musste.

Schnell bildete sich ein Arbeitskreis mit einem Verantwortlichen der Reederei, des vom hafenärztlichen Dienst angeforderten Medcon-Teams mit einem permanent anwesenden Arzt und mit dem Seemannspastor Andreas Latz. Alle zwei Tage kamen die Beteiligten im Seemannshotel zusammen, um die aktuelle Lage zu besprechen. Täglich ist der Seemannspastor und der Medcon-Arzt ins Krankenhaus und ins Pflegehotel gefahren, um nach dem "rechten zu sehen". Es waren auch die beiden einzigen Personen, die ungehinderten Zugang zu den Patienten hatten. Schnell entwickelte sich Vertrauen, mobile Wlan-Router konnten zur Verfügung gestellt werden, Spiele und gutes chinesisches Essen wurde organisiert, um die 14 Tage so erträglich wie möglich zu gestalten.

Am 4.8. wurde bei allen sechs ein Abstrich gemacht und abends bestätigten die Laborergebnisse, dass alle negativ sind, der erkrankte Seemann sogar nun für eine bestimmte Zeit immun sei, am 5.8. sind alle an Bord zurückgebracht worden und auch nicht mehr in bordinterner Quarantäne eingewiesen, das Bild zeigt die Seeleute am nächsten Tag im Dienst. Trotz sicherlich verbesserungsbedürftiger Details war die Zusammenarbeit und auch die Dokumentation der Lage insgesamt sehr konstruktiv und gut. 13 Statusberichte aus sowohl medizinischer als auch seelsorgerlicher Versorgungsperspektive sind entstanden und bilden die Grundlage für zukünftige ähnliche Situationen.

Text und Foto: Seemannspastor Andreas Latz
  
 

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