cuxhaven philipinoDSM Cuxhaven

Chocolate doesn’t ask silly questions. Chocolate understands!

(Autor unbekannt)

Schokolade und Sonnenschein ist der Jackpot in dieser Zeit. Findet zumindest ein philippinischer Seemann eines Autotransporters. Da grad etwas Zeit war hat er kurzerhand seinen Watchmanposten Richtung Sonne verlegt. Als ich ihm dann auch noch Schokolade vorbeibracht hörte das Grinsen auf seinem Gesicht gar nicht auf. Auch auf die Frage, ob ich für die Crew irgendwann einmal Besorgungen machen könnten, hob sich seine Stimmung noch ein wenig mehr. Der Chipsvorrat wird nämlich immer leerer. Also werde ich wohl demnächst eine weitere Bestellung per Mail erhalten. Ich freue mich drauf! Mit Kleinigkeiten den Tag zu versüßen, grade in so einer Zeit, wo es den Seeleuten nicht gestattet ist das Schiff zu verlassen, ist für mich das Highlight des Tages.

Auf dem Weg zurück zum Auto sah ich, dass sich der philippinische Seemann mit der Schoki und einer Zeitung zurück in die Sonne setzte.

Text und Foto: Sarah Herzog
 
 

brake clubDSM Brake

Seemannsmission hilft Besatzungen mit Tabletten oder Telefonkarten

Weltweit sitzen Seeleute wegen Corona an Bord fest - auch in Brake

„Gerade jetzt würden wird gerne mehr helfen.“ Franz Wellerding zuckt mit den Schultern. „Aber es geht nicht.“ Er und seine Kollegen von der Seemannsmission an den Häfen der Unterweser würden den Besatzungen der Holz- oder Getreidefrachter zum Beispiel gerne mehr von dem bieten, was das Motto ihrer Arbeit verspricht: „Home away from home“ zu sein, zu Deutsch: ein Zuhause weit weg von zu Hause.

Doch wegen des Corona-Virus dürfen die Männer ihre Schiffe so gut wie gar nicht mehr verlassen. Landgänge fallen aus. Auch der ökumenische Seamen’s Club im inneren Bereich des Hafens im oldenburgischen Brake musste schließen.
Der „Seamen’s Club“ musste schließen

2005 hatten katholische und evangelische Kirche diesen Club gemeinsam eröffnet. Seeleute können dort abends ein paar Stunden ausspannen, das Notwendigste einkaufen, telefonieren oder mit der Familie in Manila oder Hongkong per Internet Kontakt halten, bis vor kurzem jedenfalls.

Derzeit ist die Angst vor dem Virus dafür zu groß. „Man stellt sich auch besser nicht vor, was es bedeutet, wenn eine Mannschaft infiziert wird“, sagt Franz Wellerding, der für die katholische Seite das Projekt leitet. Wer übernimmt dann die infizierten Crew-Mitglieder? Wer besorgt Ersatz? Wer kümmert sich um das Schiff? Was geschieht mit der Ware?

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lehavre ludwig au revoir

DSM Le Havre

Ein Kollege geht von Bord: "Au Revoir" Michael Ludwig

Am letzten Tag verabschiedet sich Michael Ludwig nach vielen, vielen Jahren Seemannsmission, die letzten 18 in Le Havre (Frankreich) mit einem Zitat von Mark Twain:

Das Leben ist kurz.

Brich die Regeln,
verzeihe schnell,
küsse langsam,
liebe wahrhaftig,
lache hemmungslos
und
bedauere niemals etwas,
das dich zum Lächeln gebracht hat.
 

 

duckdalben besuch an gangwayHafen Hamburg

Corona-Krise trifft Schifffahrt - Hunderttausende Seeleute sitzen fest

Wegen der Corona-Pandemie können weltweit Hunderttausende Seeleute nicht von ihren Schiffen runter. Für die Crews ist das eine schwere Belastungsprobe.

Duschgel, Einwegrasierer, Zahnbürsten - Sören Wichmann packt eine Art Care-Paket. Die Regale im kleinen Shop des Seemannsclub Duckdalben sind noch gut gefüllt. Doch die Anlaufstelle der Deutschen Seemannsmission im Hamburger Hafen ist wegen der Corona-Krise geschlossen. Weil die Seeleute nicht zum Club kommen können, fährt der Sozialarbeiter nun raus zu den Schiffen.

Die Situation für die Besatzungen ist extrem schwierig. Einige seien seit fast einem Jahr auf ihren Schiffen, erzählt Matthias Ristau, Seemannspastor der Nordkirche. "Wer im Homeoffice sitzt, kann sich das vorstellen: Es beginnt stressig zu werden, wenn man nicht weiß, wie lange man noch an Bord bleiben muss."

Gesamten Beitrag des ZDF lesen und ansehen (Externer Link)
Text: Martin Niessen, Foto: ZDF
 
 

bhv freytag mundschutzDSM Bremerhaven

Arbeitsalltag in Corona Zeiten

Text und Fotos: Seemannsdiakonin Christine Freytag, Bremerhaven.

Am Montag, den 23. März stellen wir unsere letzten drei FSJ-ler frei. Wir haben unsere letzte Teambesprechung in leibhaftiger Form, sitzen an separaten Tischen mit zwei Meter Abstand zwischen uns und diskutieren die schon wieder veränderte Lage. Zum dritten Mal innerhalb von 10 Tagen reduzieren wir unsere Aktivitäten: Nun ist der Seemannsclub geschlossen und die Rezeption des Hotels nur noch vormittags von 8°°-12°° geöffnet, die FSJ-ler aller Bereiche sind freigestellt.  Bordbesuche finden auf Anfrage statt. Noch kommen wir in den Hafen. Noch - denn bereits jetzt zeichnet sich ab, dass wir bei einer noch weiteren Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen nicht in den Bereich der systemrelevanten Organisationen fallen werden.

Dienstag, 24. März

Der erste Offizier eines Frachtschiffes, das in Bremerhaven in der Werft liegt, ruft mich an und fragt, ob ich wegen Telefonkarten an Bord kommen könne. Wir kennen uns bereits vom Besuch vergangener Woche. „Damals“ hatte ich auf dem Schiff noch so ziemlich jedes Handy in der Hand, um den Seeleuten ihre Simkarten einzurichten. Jetzt bitte ich ihn, die Wünsche aller an Bord zu einer Bestellung zu sammeln und mir zu übermitteln, so dass ich an Bord nur die Karten übergeben muss: Wir müssen den Kontakt minimieren. Als er wieder anruft, um mir seine Bestellung durchzugeben, fragt er, ob ich auch 13 Flaschen Desinfektionsmittel besorgen könne. Ich muss lachen!

In der Werft: Hochbetrieb! Corona ist irgendwo draußen, hier wird gearbeitet. Die Minimierung des Kontakts zum CO ergibt sich damit von selbst: Sorry, I am busy! Ich übergebe ihm die Karten und bin schon wieder verschwunden.

Auch der Chiefmate eines Containerschiffes hat angerufen. Von ihm habe ich keine Vorbestellung bekommen, er bittet einfach um einen Besuch an Bord. Ich gehe mit Mundschutz an Bord, nicht weil ich glaube, dass das wirklich hilft, aber ich will ein Signal aussenden und erkennbar machen: Haltet Abstand, mehr Abstand als sonst!

Der Mundschutz weht mir auf der Gangway erstmal vor die Augen, das ist blöd. Nach einer Weile habe ich mich an das Ding gewöhnt. Der Koch kommt herein und bietet mir einen Kaffee an. Jetzt erfüllt der Mundschutz bestenfalls noch den Zweck, mein Lachen zu verbergen, eine abschreckende Wirkung hat er offensichtlich nicht!

Der Chiefmate sagt seiner Crew deutlich, dass niemand wisse, wie sich die Lage weiterentwickle und ob beim nächsten Anlauf noch jemand von der Seemannsmission an Bord kommen dürfe, sie sollen auf Vorrat kaufen. Vielleicht muss ich es an dieser Stelle zur Sicherheit noch mal erklären: Die Simkarte, für das Handy bedeutet für die Seeleute, mit ihrer Familie in Kontakt bleiben zu können. In dieser Zeit hat sich der Alltag der Menschen weltweit verändert. Durch die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, ist auch der Alltag in den Heimatländern der Seeleute anders als sonst. Zudem ist jeder besorgt und möchte wissen, wie es den Lieben zu Hause geht.

bhv securitycheck shipAm Tor des Containerterminals treffe ich einen Lotsen, der auf sein Taxi wartet. Auch die Seeleute des Feeders, den er gerade herein gelotst hat, brauchen Telefonkarten. An Deck ist es windgeschützt, so dass ich die Aufbauten gar nicht betrete und draußen bleibe.

Mittwoch, 25. März

Das tolle bei der Seemannsmission ist ja, dass wir in einem weltumspannenden Netzwerk arbeiten! Ein Kollege hat für heute Vormittag einen virtuellen Konferenzraum organisiert und uns für 10 Uhr zum „Stammtisch“ eingeladen. Da klicke ich jetzt also auf einen Link und dann sehe ich einige meiner Kollegen, angefangen auf der anderen Weserseite in Brake über Alexandria bis nach Hongkong!  Manche sehe mit sehr verzerrten Bewegungen, einige als Standbild und die meisten nur mit Namenskürzel. Da die Tonqualität besser wird, wenn man ganz auf die Bilder verzichtet, wird das auch nach kurzer Zeit so beschlossen. Um Störgeräusche zu vermeiden, schalten dann auch noch alle, die gerade nicht sprechen, ihre Mikros ab.
Da viele Kollegen zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr in die Häfen kommen und deshalb an ihren Schreibtischen sitzen, ergibt sich die Gelegenheit zu diesem virtuellen Stammtisch.

Der Moderator fordert einen nach dem anderen auf, aus seiner Situation zu berichten und so kommt es auf einmal sehr nahe, dass das hier wirklich eine globale Krise ist. ALLE berichten von deutlichen Veränderungen im Alltag. So lausche ich meinen Kollegen, während ich die Telefonkarten mit Aktivierungsanleitungen beklebe. Ganz ehrlich: So lange niemand ernsthaft auf die Idee kommt, dieses Instrument als Ersatz für Konferenzen vorzuschlagen, ist das eine feine Sache!

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Shipping International

#COVID-19 made the streets empty - but oceans are NOT!

news schiffsverkehr

Photo: What you see the dots are the live sat pics of Ships moving goods today.

Thanks to all seafarers who are quietly moving goods -
despite all the lockdown and clearances! Thank you!

 

 

logo denkanstossDenkanstoss

„Schaffe mir Recht, Gott“

Dieses Psalmwort, als Beginn des 43.Psalms, steht für den kommenden Sonntag „Judika“ (richte) und weißt darauf hin, dass Gott nicht außerhalb dessen steht, was unser Leben in Frage stellt. Besonders in den letzten Wochen erleben wir dass unser Leben in Frage steht. Die Maßnahmen, welche angesichts der Corona Virus Pandemie ergriffen wurden, zeigen uns deutlich, dass diese Frage, nämlich nach  Leben und Tod, plötzlich sehr  präsent ist. Leider gibt es in dieser Situation auch immer wieder Trittbrettfahrer und Verschwörungstheoretiker, die mit falschen Versprechungen und irrealen Schuldzuweisungen daraus ihren Profit schlagen wollen. Neben all den Mühen, die wir  damit haben  diese Zeit durchzustehen, benötigen wir auch dafür Kraft denen zu widerstehen. In diesem Prozess gegen diese treulosen Geister und die Rettung vor den  tückischen Zeitgenossen wird uns Recht geschaffen, in dem wir im Glauben sicher sein können, dass Gott als die Quelle unserer Kraft in diesen Zeiten unser Leben nicht in Frage stellen läßt. Auch darum sind die Kirchen weiterhin als Ort der Besinnung geöffnet, die kirchlichen Mitarbeiter ansprechbar und die Telefonseelsorge immer erreichbar. Durch die Ostereignisse ist dieser Gott ein Gott des Lebens, der uns das Recht auf Leben schafft, weil er diese Welt nicht läßt, sondern sich in ihrer Verantwortung weiß und so „schaffe mir Recht, Gott“ geschieht.

Diakon Folkert Janssen, Rostock
 
 

Seeschifffahrt international

EU-Reeder und Gewerkschaft fordern Sonderregeln für Seeleute

Damit sich die EU-Staaten weiter ausreichend mit Gütern aus aller Welt versorgen können, fordern der EU-Schiffseignerverband Ecsa und die Europäische Transportarbeitergewerkschaft ETF finanzielle und organisatorische Unterstützung für Reeder und Seeleute. Mitgliedstaaten und EU-Institutionen müssten helfen, die sozialen, operationellen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Krise so gut wie möglich abzupuffern, schreiben beide Organisationen in einem offenen Brief an die EU-Verkehrsminister.

Die Beschränkung der Reisefreiheit und die Schließung von Hafenanlagen seien zwar verständlich, um die Verbreitung des Virus zu bremsen, machten es aber schwierig, zum Beispiel Schiffsbesatzungen auszuwechseln.

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