DSM Rotterdam

From a distance – you are in our hearts!rotterdam gangway

Der Frühling strahlt, als gäbe es überhaupt keine dunklen Wolken. Und der Rotterdamer Hafen scheint zu brummen, als sei gar nichts passiert. Erst unmittelbar am Schiff angekommen ist zu spüren, dass irgendetwas anders ist. Näher heran als bis zur Gangway geht in Zeiten der Virus-Krise nicht. In den Terminals des Rotterdamer Hafens sind keine Bordbesuche erlaubt – und noch bis auf weiteres wird das so sein.
 
Das trifft die Seeleute, die ihren Alltag sowieso schon in großer Isolation erleben, besonders hart. Oft sind die Begegnungen z.B. mit den Freiwilligen der Seemannsmission die einzige Gelegenheit für etwas Austausch über den Horizont ihrer Arbeit und über die Reling ihres Schiffes hinaus. Nicht nur, um Telefonkarten, Zeitungen und kleine Besorgungen zu erhalten. An Landgang ist nicht mal zu denken. Ja, der Hafen funktioniert – was das Lotsen, Löschen und Laden betrifft. Dank der Menschen, die dort für unsere Versorgung weiterarbeiten.

rotterdam janssenAber wie steht es um ihr alltägliches Leben dort? Sorge und Ungewissheit machen mächtig Druck auf‘s Hirn – und im Herzen. Zumal zuhause für ihre Familien und Freunde kein solches Gesundheitssystem wie in Mitteleuropa da ist. Gut, wenn manche Crewmitglieder untereinander aufmerksam sind oder für entspannende Augenblicke im Miteinander der Crew gesorgt werden kann. Aber oft sind nicht einmal ihre geringen Freizeitmöglichkeiten an Bord aufgrund der auch dort geltenden Abstandsregeln möglich. Die Frage, wie es mit ihren Verträgen und mit den wirtschaftlichen Bedingungen weitergeht, drückt außerdem heftig auf die Stimmung.

Wenigstens für einen kurzen Talk von der Kade aus über die Gangway hinweg schaut Seemannspastor Jan Janssen hier im April vorbei. Und wieder ist die Freude groß, ganz gleich wie klein das Zeichen des Aneinander-Denkens ist. Vielleicht nur von weitem – und doch: Ihr seid in unseren Herzen! „Blessings to you!“

 

Easter 2020

Ecumenical Easter service for seafarers from all over the world.

Whoever wants to celebrate this English service with us is very welcome.
The team from Stella Maris and the Deutsche Seemannsmission in Hamburg (Duckdalben, Seafarers´ Lounge, Seemannspfarramt der Nordkirche) wishes you a Happy Easter. Stay healthy, be protected, God bless you.
 

 

logo denkanstossDenkanstoss

Von Familien und Freunden getrennt

Seit Wochen schränken wir unsere persönlichen Kontakte ein. Haben meist nur noch Kontakt via Telefon und Internet. Und keiner weiß genau wie lange das noch so gehen wird. Der Schutz unserer Liebsten steht an oberster Stelle, zu mindestens für mich und sicher auch für viele von euch. Viele bedanken sich bei den Personengruppen, die grad alles daransetzten, dass alles weiterläuft. Doch eine Personengruppe wird häufig komplett vergessen. Diese Menschen sorgen dafür, dass die Regale in den Supermärkten wieder gefüllt werden und das wir weiterhin online alle möglichen Dinge bestellen können. Knapp 90 % aller Konsumgüter werden über den Seeweg transportiert und Seeleute sind rund um die Welt auf den Meeren für uns dafür unterwegs. Für sie ist es „normal“ monatelang (nicht nur wochenlang so wie wir) von ihren Familien und Freunden getrennt zu sein. Das Internet ist da schon eine hilfreiche Sache, doch merken wir doch genau zu dieser Zeit, dass nichts den persönlichen Kontakt oder eine herzliche Umarmung ersetzen kann. Ich möchte auch den Seeleuten danken, denn die neuen Regelungen trifft auch sie sehr hart. Die Arbeit geht weiter, doch von Bord gehen dürfen sie während der Liegezeiten in vielen Häfen gar nicht mehr. Auch nach Vertragsende wieder nach Hause zu kommen ist nun erschwert dazugekommen.

In dieser Zeit geht es darum den andern Menschen zu sehen und nicht nur sich. Ich hoffe, dass uns die neuen und ja nur vorübergehenden(!) Regelungen schnell und gut durch diese Pandemie führen werden.

Eure Sarah von der Seemannsmission Cuxhaven
 

 

news dsm care 02

DSM

Deutsche Seemannsmission startet neuen Service für Seeleute:

DSM.Care – Seelsorge Online

Seit dem 7. April 2020 bietet die Deutsche Seemannsmission e.V. (DSM) eine Chat-Plattform für Seeleute an. Unter der Webadresse  https://dsm.care können Seeleute mit hauptamtlichen Mitarbeitenden der DSM in Kontakt treten. Die Seeleute treffen hier mit ihren Anliegen, Sorgen und Nöten auf professionelle Seelsorger, erfahrene Sozialarbeiter und psychosoziale Fachkräfte, die sich mit der besonderen Lebenssituation und der Arbeitswelt von Seeleuten bestens auskennen.

Seemannspastor Matthias Ristau, der das Projekt seit längerem inhaltlich begleitet, sagt: „Mehrere Monate lang arbeiten Seeleute sieben Tage in der Woche auf engstem Raum zusammen. Dazu kommen Schlafmangel, hohes Arbeitsaufkommen und das Leben mit den Naturgewalten, aber auch Erfahrungen mit Piraterie sowie zwischenmenschliche Probleme mit den internationalen Kollegen an Bord – um nur einige der Belastungen, denen Seeleute täglich ausgesetzt sind, zu nennen.“

Seeleute hatten – auch schon vor der Corona-Krise – nicht immer die Möglichkeit, ihr Schiff zu verlassen und damit dem täglichen Stress für ein paar Stunden zu entkommen. „In dieser Situation jetzt schnell ein passendes digital-seelsorgliches Angebot zu schaffen, entspricht unserem Ziel, uns für die Würde der Seeleute einzusetzen“, so Ristau.

Die Plattform DSM.care wurde von einem Team aus der DSM heraus gemeinsam entwickelt und stellt sich damit den Herausforderungen, die durch die sich verändernden Bedingungen der Schifffahrt heute für Seeleute aktuell sind. So wird Seeleuten ermöglicht, per Mausklick oder Smartphone in belastenden Situationen unmittelbar und ortsunabhängig seelsorgliche Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Auch wenn dies den persönlichen Kontakt nicht ersetzt, so sind auch dann, wenn – wie gerade jetzt in der Corona-Krise – keine direkte Begegnung zwischen Seeleuten und Port Chaplains möglich ist, die Mitarbeitenden der Deutschen Seemannsmission als Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen dennoch für Seeleute präsent.
 

 

cuxhaven philipinoDSM Cuxhaven

Chocolate doesn’t ask silly questions. Chocolate understands!

(Autor unbekannt)

Schokolade und Sonnenschein ist der Jackpot in dieser Zeit. Findet zumindest ein philippinischer Seemann eines Autotransporters. Da grad etwas Zeit war hat er kurzerhand seinen Watchmanposten Richtung Sonne verlegt. Als ich ihm dann auch noch Schokolade vorbeibracht hörte das Grinsen auf seinem Gesicht gar nicht auf. Auch auf die Frage, ob ich für die Crew irgendwann einmal Besorgungen machen könnten, hob sich seine Stimmung noch ein wenig mehr. Der Chipsvorrat wird nämlich immer leerer. Also werde ich wohl demnächst eine weitere Bestellung per Mail erhalten. Ich freue mich drauf! Mit Kleinigkeiten den Tag zu versüßen, grade in so einer Zeit, wo es den Seeleuten nicht gestattet ist das Schiff zu verlassen, ist für mich das Highlight des Tages.

Auf dem Weg zurück zum Auto sah ich, dass sich der philippinische Seemann mit der Schoki und einer Zeitung zurück in die Sonne setzte.

Text und Foto: Sarah Herzog
 
 

brake clubDSM Brake

Seemannsmission hilft Besatzungen mit Tabletten oder Telefonkarten

Weltweit sitzen Seeleute wegen Corona an Bord fest - auch in Brake

„Gerade jetzt würden wird gerne mehr helfen.“ Franz Wellerding zuckt mit den Schultern. „Aber es geht nicht.“ Er und seine Kollegen von der Seemannsmission an den Häfen der Unterweser würden den Besatzungen der Holz- oder Getreidefrachter zum Beispiel gerne mehr von dem bieten, was das Motto ihrer Arbeit verspricht: „Home away from home“ zu sein, zu Deutsch: ein Zuhause weit weg von zu Hause.

Doch wegen des Corona-Virus dürfen die Männer ihre Schiffe so gut wie gar nicht mehr verlassen. Landgänge fallen aus. Auch der ökumenische Seamen’s Club im inneren Bereich des Hafens im oldenburgischen Brake musste schließen.
Der „Seamen’s Club“ musste schließen

2005 hatten katholische und evangelische Kirche diesen Club gemeinsam eröffnet. Seeleute können dort abends ein paar Stunden ausspannen, das Notwendigste einkaufen, telefonieren oder mit der Familie in Manila oder Hongkong per Internet Kontakt halten, bis vor kurzem jedenfalls.

Derzeit ist die Angst vor dem Virus dafür zu groß. „Man stellt sich auch besser nicht vor, was es bedeutet, wenn eine Mannschaft infiziert wird“, sagt Franz Wellerding, der für die katholische Seite das Projekt leitet. Wer übernimmt dann die infizierten Crew-Mitglieder? Wer besorgt Ersatz? Wer kümmert sich um das Schiff? Was geschieht mit der Ware?

Gesamten Artikel auf Kirche+Leben Netz lesen (Externer Link)
 
 

lehavre ludwig au revoir

DSM Le Havre

Ein Kollege geht von Bord: "Au Revoir" Michael Ludwig

Am letzten Tag verabschiedet sich Michael Ludwig nach vielen, vielen Jahren Seemannsmission, die letzten 18 in Le Havre (Frankreich) mit einem Zitat von Mark Twain:

Das Leben ist kurz.

Brich die Regeln,
verzeihe schnell,
küsse langsam,
liebe wahrhaftig,
lache hemmungslos
und
bedauere niemals etwas,
das dich zum Lächeln gebracht hat.
 

 

duckdalben besuch an gangwayHafen Hamburg

Corona-Krise trifft Schifffahrt - Hunderttausende Seeleute sitzen fest

Wegen der Corona-Pandemie können weltweit Hunderttausende Seeleute nicht von ihren Schiffen runter. Für die Crews ist das eine schwere Belastungsprobe.

Duschgel, Einwegrasierer, Zahnbürsten - Sören Wichmann packt eine Art Care-Paket. Die Regale im kleinen Shop des Seemannsclub Duckdalben sind noch gut gefüllt. Doch die Anlaufstelle der Deutschen Seemannsmission im Hamburger Hafen ist wegen der Corona-Krise geschlossen. Weil die Seeleute nicht zum Club kommen können, fährt der Sozialarbeiter nun raus zu den Schiffen.

Die Situation für die Besatzungen ist extrem schwierig. Einige seien seit fast einem Jahr auf ihren Schiffen, erzählt Matthias Ristau, Seemannspastor der Nordkirche. "Wer im Homeoffice sitzt, kann sich das vorstellen: Es beginnt stressig zu werden, wenn man nicht weiß, wie lange man noch an Bord bleiben muss."

Gesamten Beitrag des ZDF lesen und ansehen (Externer Link)
Text: Martin Niessen, Foto: ZDF
 
 

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