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Helft endlich den Seefahrern

Alfred Hartmann, Präsident des Verbandes Deutscher Reeder:

"Ich schreibe Ihnen in tiefer Sorge um viele Seefahrer. Noch immer ist der Crewwechsel weltweit ein großes Problem. Noch immer hängt die Versorgung mit Rohstoffen, Gütern aller Art, aber auch mit Lebensmitteln und Medikamen­ten davon ab, dass Seeleute Wochen und Monate über ihre Dienstzeit hinaus auf Handelsschiffen fahren.

Es ist ein Skandal, dass das Schicksal der Seeleute offensichtlich selbst seefahrende Natio­nen so wenig interessiert.

Als wir im April und Mai auf dieses wachsen­de Problem aufmerksam machten, haben viele, auch in den Medien, das Thema aufgegriffen. Von der EU über die UN bis zum Papst kam Unterstüt­zung. Solidarität war zu spüren. Deutlich wurde auch, wie entscheidend Schifffahrt für die Versor­gung ganzer Volkswirtschaften ist.

Und heute, Monate später? Wir hören Be­richte von Seeleuten, die nun seit anderthalb Jahren an Bord arbeiten müssen, weil Staaten die Ablösung verhindern; von Ersatzcrews, die um die Welt geflogen sind, in Sichtweite des Schiffs stehen – aber von lokalen Ämtern nicht an Bord gelassen werden. Wir kennen einen Fall, bei dem ein an Herzinfarkt verstorbener Seemann wo­chenlang im Kühlraum des Schiffes aufgebahrt werden musste, weil ein Hafen seine Heimfüh­rung nicht erlaubte.

Geschätzt nur ein Drittel aller Crewwechsel sind derzeit weltweit möglich – organisiert von den Reedereien mit enormem Aufwand. Mehr als eine Viertelmillion Seefahrer weltweit warten da­rauf, in die Heimat zurückzukehren.

Es ist ein Skandal, dass es Regierungen gibt, die Seeleute derart auf Schiffen einsperren.

Es ist ein Skandal, dass wohl erst eine Katas­trophe passieren muss, bevor Behörden handeln.

Ich habe vor diesem Hintergrund ein gewis­ses Verständnis dafür, dass manche Gewerkschaft jetzt härtere Maßnahmen verlangt. In Australien etwa hat die ITF kürzlich drei Schiffe, darunter auch das eines VDR­Mitglieds, am Weiterfahren hindern wollen. Doch das ist der falsche Weg. Wir haben in den vergangenen Monaten so vertrau­ensvoll wie selten zuvor mit dem Sozialpartner zusammengearbeitet, um Erleichterungen für Seeleute zu erreichen.

Was wir jetzt brauchen, ist noch mehr Geschlossenheit. Zwischen Reedereien und Gewerkschaften und darüber hinaus. Was hindert die Kunden der Reedereien, So­lidarität mit denen zu zeigen, die ihre Logistikket­ten auch in Pandemiezeiten in Bewegung halten?

Vielleicht braucht es noch öffentlichkeits­wirksamere Aktionen, um zu zeigen, was auf dem Spiel steht.

Es geht um die Gesundheit unserer Seeleute.Es geht um die Sicherheit der Versorgung. Es geht um die Arbeitsplätze in den Fabriken, die ohne Lieferungen nicht weitermachen können.

Es geht uns alle an."

Ausgabe 03/2020 von "Deutsche Seeschiffahrt" lesen
 
 

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