Festmachen - Juli 2015

Eurer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen

Matthäus 5,37 (Einheitsübersetzung) 

festmachen 2015 07

Neuigkeiten erfahre ich für mein Leben gerne. Mitreden möchte ich können, wenn etwas passiert ist. Besonders interessant finde ich natürlich, wenn sich etwas bei Personen verändert, die ich kenne: Die geht mit dem. ... Bei denen kriselt es in der Ehe. ... Der Nachbar verkauft sein Haus und zieht fort. ... Die Frau von Gegenüber hat ihre Arbeit verloren.

Es ist nicht nur die Neugierde, dass ich alles wissen möchte. Ich möchte teilnehmen an den Freuden und Sorgen der anderen. Vielen geht es ähnlich wie mir. Das, was andere machen oder was ihnen geschieht, lässt einem manchmal keine Ruhe. Die Gedanken an den anderen gehen einem nicht mehr aus dem Kopf.

Allerdings kommt es hin und wieder auch vor, dass Dinge erzählt werden, für die es keinerlei Beweise gibt. Oder dass man das, was man gehört hat, aufbauscht, um es interessanter zu machen. Und beim übernächsten, der das „Geschehene“ dann weitererzählt, ist schon ein Gerücht daraus gewor- den. Und verbunden mit der Auflage „Erzähl‘s aber bitte nicht weiter“, verbreitet es sich in Windeseile.

 

Das Tückische an Gerüchten ist, dass ich mich kaum gegen sie wehren kann. Sie machen mich hilflos. Der, den sie betreffen, weiß ja nichts davon. Niemand sagt ihm das Gerücht ins Gesicht. Er kann nicht zurechtrücken, was nicht stimmt. Er
wundert sich nur, dass ihn die Leute komisch an- schauen oder vielleicht den Gruß verweigern. Erklären kann er sich das nicht.

Das, was gerüchteweise umläuft, trifft fast nie den Kern einer Sache und wird schon gar nicht dem Betroffenen gerecht. Und der Spaß hört dann auf, wenn Unwahrheiten in die Welt gesetzt werden oder Gerüchte, die jemanden in ein schlechtes Licht rücken.

Und niemand ist davor sicher, nicht plötzlich ein Gerücht weiterzuerzählen.

Gerade wenn man selbst schon einmal unter fal- schen Gerüchten gelitten hat, wird man aufpassen. Man kann sich vorher auch mal bei demjenigen erkundigen, den es betrifft, kann ihn oder sie offen und direkt daraufhin ansprechen: „Ich muss Sie mal was fragen“, oder „Ich muss dir da was sagen...“ statt gleich alles brühwarm weiter zu verbreiten.

Vieles klärt sich im Gespräch und manches Miss- verständnis wird aus dem Weg geräumt. Ich freue mich jedenfalls, wenn jemand mit mir redet, statt über mich zu reden. Neues ja - Gerüchte nein.

Gudrun Olschewski
Gemeindepfarrerin in Pfungstadt,
Ev. Kirche in Hessen und Nassau
Kommunikationswirtin und Rundfunkautorin
 

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