Festmachen - Juni 2015

Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest..

Gen 32,27 (Einheitsübersetzung) 

festmachen 2015 06Pretoria - ein Großstadtmeer, auch, wenn es auf einer Liste der größten 200 Metropolregionen der Welt nur auf Platz 183 landet.

Hier ist jeden Tag raue See: Soziale Ungleichheit macht viele dazu bereit, die Schiffe der Sicherheit zu entern. Überall Sicherheitszäune und Gitter. Piraten der Armut machen die Fahrwasser der Straßen unsicher.

Leinen los für die Unbeschwerten? Gibt es die eigentlich - auch am sichersten Ort dieser Welt? Was ist denn in uns, das uns in mancherlei Hinsicht unsicher macht und uns ein Angreifer ist?

Wenn es denn keine sicheren Fahrwasser gibt, müssen wir vielleicht ein bisschen mehr wie Jakob sein, der Israel - ein „Gottesstreiter“- werden kann? Als Jakob am Jabbok mit dem ihm unbekannten Mann ringt, erkämpft er sich zweierlei: Das Verarbeiten seiner Vergangenheit und ein Stück Zukunft. Darüber trägt er eine Wunde davon. Eine, die später verheilt, und so zu einem Heilszeichen wird. Er wird sich immer daran erinnern, was ihn verändert und zu einem neuen Menschen gemacht hat.

 

Denn anstatt im sicheren Hafen der Selbstbezogenheit vor Anker zu gehen, setzt sich Jakob mit Gott auseinander. Hält ihn fest. Stellt ihm anschaulich ringend seine Fragen. Es liegt Segen darin, die Gestaltung seines Schicksals selbst in die Hand zu nehmen und darin auf Gott zu vertrauen, sagt die Bibel. Wir dürfen nicht aufhören, nach ihm zu fragen. Müssen darum ringen. Denn: Gott streitet für uns. Deine Vergangenheit legt dich nicht auf nur einen Weg fest, weil Gott viele Wege für dich hat. Sich mit Gott auseinandersetzen, das gibt Kraft. „Gottesstreiter“ sagen: „Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest.“

Macht das die raue See der Großstadtmeere glatt und die Fahrwasser sicher? Können die Menschen hier in Pretoria und woanders mit Jakob aufatmen?

Irgendwann vielleicht, dann, wenn alles inwendige Ringen uns zu den Menschen gemacht hat, die wir sein sollen. Wenn das Herrschen von wenigen zum Teilen geworden ist. Die inneren Blockaden mit all ihren Vorurteilen aufgehoben sind. Wir nicht mehr Mann und Frau, Arm und Reich, Schwarz und Weiß denken und handeln, sondern uns das „Solus Christus“ („Christus allein“) ganz und gar errungen haben.


Heike Jakubeit
EKD-Pfarrerin der St.-Peters-Gemeinde, Pretoria (Südafrika)
bis 2013 Pastorin in der Ev. Luth. Kirchengemeinde Schwei (Wesermarsch) und
Präsidentin der Norddeutschen Mission (Sitz Bremen)

 

 

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