Festmachen - März 2015

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?

Römer 8,31 (Lutherbibel)
  

festmachen 2015 03„… wer kann wider uns sein?“ - mit diesem Teil des Verses begann ich eine Andacht im Seemannsheim Hamburg. Allen fiel gleich vieles ein, was gegen uns ist. Krankheiten wurden genannt, sicher auch, weil Seeleute dabei waren, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fahren. Dann kam die Umweltzerstörung mit der Klimaveränderung, soziale Probleme, Ärger mit dem Job, Kriege und vieles andere.

Kaum einer überlegt lange, jedem fällt etwas ein, was gegen uns ist. In dieser Welt gibt es einfach viel davon. Manche Probleme sind so, dass jeder davon betroffen sein könnte, andere scheinen weit weg. Dabei sind uns in den letzten Jahrzehnten so manche Sicherheiten abhanden gekommen, die Welt ist unübersichtlicher.

Seeleute sind schon immer Menschen, die Sicherheiten hinter sich lassen, wenn sie an Bord gehen. Sie haben Erfahrung damit, dass das Leben eben nicht immer sicher ist. Auch heute noch fühlen sie sich oft ausgeliefert: dem Wetter, der unfassbaren Weite der Ozeane, der Technik, der Entfernung von zu Hause, Problemen an Bord und manches Mal auch Ärger mit Vorgesetzten oder dem Arbeitgeber, ohne viele Möglichkeiten, dem aus dem Weg zu gehen

 

Als in der Andacht im Seemannsheim so viel aufgezählt wurde, was das Leben schwer macht, dachte ich schon, ich könnte mit dem ersten Teil des Bibelverses gar nicht mehr kommen. Oder er würde höchstens als zweifelnde Frage gehört: ist Gott für uns? In mir stiegen lebhafte Bilder auf, was alles dagegen sprach, zu sagen, dass Gott für uns ist. Ich malte mir all das aus. Das alles kann man doch sehen in der Welt - aber dass Gott für uns ist … - kann man denn davon etwas sehen? Aber als ich diese Gedanken begann auszusprechen, als ich sagte, dass es vielleicht eine Frage sei: Ist Gott für uns? - da kam gleich Protest. Nein, so ist das nicht, das ist keine Frage. Das ist so: Gott ist für uns, gerade in all dem. Auch wenn es oft nicht so aussieht. Das eben mache den Glauben aus, auch wenn es vielen angesichts so vieler Dinge in dieser Welt schwerfällt, den Glauben zu bewahren. Der Glaube ist keine Garantie, dass alles immer bestens läuft, aber das Vertrauen, dass Gott größer ist, als all das, was da gegen uns sein mag.

In jener Andacht habe ich neu verstanden, was das heißt: Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?

Matthias Ristau
Seemannspastor der Nordkirche
Hamburg
 

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