Festmachen - Oktober 2015

Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse
nicht auch annehmen?

Hiob 2,10 (Lutherbibel)

festmachen 2015 10„Wenn die bunten Fahnen wehen, geht die Fahrt wohl übers Meer, woll`n wir ferne Lande sehen, fällt der Abschied uns nicht schwer“... wie oft hören wir es von Shanty-Chören gesungen oder Blaskapellen gespielt, dieses Lied, das zu den Bekanntesten der Jugendbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte. „ Leuchtet die Sonne, ziehen die Wolken, klingen die Lieder weit übers Meer“, heißt es weiter in der 1. Strophe. Schwung und Optimismus verheißen Text und Melodie, Lebensfreude und Abenteuerlust stecken darin. Ja, so lässt es sich fröhlich dahin schippern, unter idealen Bedingungen, bei bester Stimmung!

Aber was ist, wenn das Wetter eintrübt, der Himmel sich verdüstert, Sturm aufzieht und mit Orkanstärke Schiff und Mannschaft vor sich hertreibt? Wenn die Naturgewalten der vermeintlichen technischen überlegenheit des Menschen breit grinsend gegenübertreten und mit einem Wellenschlag das Ruder übernehmen? Wenn wir plötzlich spüren, dass der Boden unter uns schwankt, das Leben in Gefahr gerät? Scheint der Himmel blau über uns und alles läuft so richtig rund in unserem Leben, sind wir einverstanden mit Gottes Führung und der Glaube an ihn fällt uns leicht.

Tauchen Schwierigkeiten auf, eine schwere Krankheit, Arbeitslosigkeit, das Ende einer Beziehung, Tod eines geliebten Menschen, Gewalterfahrung, eigene schwere Verfehlungen, seelische Not, Krieg und Katastrophen, machen wir
schnell Gott dafür verantwortlich: „Wo bist Du?“ heißt die Klage, „Du hast doch dafür zu sorgen, dass es uns gut geht!“ Enttäuscht hadern wir mit Gott, wenden wir uns vielleicht sogar von ihm ab. Aber liegt darin nicht eine große Selbsttäuschung? Haben wir uns da nicht einfach ein Bild gemacht, einen passenden Rahmen drum herum gezimmert und fertig ist der liebe Gott, der es immer schön passend macht?

Ja, er meint es gut, aber nach seiner Größe, einer Größe und Güte, die jeden Rahmen sprengt und nicht mit unseren Maßstäben misst. Gerade in den Wellentälern unseres Lebens dürfen wir erfahren, das Hoffnung und Vertrauen uns gelassen und stark machen. Mancher Weg, den wir als krumm emp- funden haben, hat eine gute Wendung genommen, manche Sackgasse in die wir gerieten, hat zu einer segensreichen Umkehr geführt, manch erzwunge- ner Stillstand uns gelehrt, dass wir auf der Flucht vor uns selber waren.

Der schwer geprüfte Hiob ist in seiner Treue und Demut ein großes Glaubens-Vorbild für uns. Durch das Böse hindurch erblickt er Gottes Gegenwart, die ihm schließlich die ganze Fülle des Lebens schenkt.

Edda Bosse
Präsidentin des Kirchenausschusses der Bremischen Evangelischen Kirche
 

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