duckdalben besuch an gangwayHafen Hamburg

Corona-Krise trifft Schifffahrt - Hunderttausende Seeleute sitzen fest

Wegen der Corona-Pandemie können weltweit Hunderttausende Seeleute nicht von ihren Schiffen runter. Für die Crews ist das eine schwere Belastungsprobe.

Duschgel, Einwegrasierer, Zahnbürsten - Sören Wichmann packt eine Art Care-Paket. Die Regale im kleinen Shop des Seemannsclub Duckdalben sind noch gut gefüllt. Doch die Anlaufstelle der Deutschen Seemannsmission im Hamburger Hafen ist wegen der Corona-Krise geschlossen. Weil die Seeleute nicht zum Club kommen können, fährt der Sozialarbeiter nun raus zu den Schiffen.

Die Situation für die Besatzungen ist extrem schwierig. Einige seien seit fast einem Jahr auf ihren Schiffen, erzählt Matthias Ristau, Seemannspastor der Nordkirche. "Wer im Homeoffice sitzt, kann sich das vorstellen: Es beginnt stressig zu werden, wenn man nicht weiß, wie lange man noch an Bord bleiben muss."

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Text: Martin Niessen, Foto: ZDF
 
 

bhv freytag mundschutzDSM Bremerhaven

Arbeitsalltag in Corona Zeiten

Text und Fotos: Seemannsdiakonin Christine Freytag, Bremerhaven.

Am Montag, den 23. März stellen wir unsere letzten drei FSJ-ler frei. Wir haben unsere letzte Teambesprechung in leibhaftiger Form, sitzen an separaten Tischen mit zwei Meter Abstand zwischen uns und diskutieren die schon wieder veränderte Lage. Zum dritten Mal innerhalb von 10 Tagen reduzieren wir unsere Aktivitäten: Nun ist der Seemannsclub geschlossen und die Rezeption des Hotels nur noch vormittags von 8°°-12°° geöffnet, die FSJ-ler aller Bereiche sind freigestellt.  Bordbesuche finden auf Anfrage statt. Noch kommen wir in den Hafen. Noch - denn bereits jetzt zeichnet sich ab, dass wir bei einer noch weiteren Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen nicht in den Bereich der systemrelevanten Organisationen fallen werden.

Dienstag, 24. März

Der erste Offizier eines Frachtschiffes, das in Bremerhaven in der Werft liegt, ruft mich an und fragt, ob ich wegen Telefonkarten an Bord kommen könne. Wir kennen uns bereits vom Besuch vergangener Woche. „Damals“ hatte ich auf dem Schiff noch so ziemlich jedes Handy in der Hand, um den Seeleuten ihre Simkarten einzurichten. Jetzt bitte ich ihn, die Wünsche aller an Bord zu einer Bestellung zu sammeln und mir zu übermitteln, so dass ich an Bord nur die Karten übergeben muss: Wir müssen den Kontakt minimieren. Als er wieder anruft, um mir seine Bestellung durchzugeben, fragt er, ob ich auch 13 Flaschen Desinfektionsmittel besorgen könne. Ich muss lachen!

In der Werft: Hochbetrieb! Corona ist irgendwo draußen, hier wird gearbeitet. Die Minimierung des Kontakts zum CO ergibt sich damit von selbst: Sorry, I am busy! Ich übergebe ihm die Karten und bin schon wieder verschwunden.

Auch der Chiefmate eines Containerschiffes hat angerufen. Von ihm habe ich keine Vorbestellung bekommen, er bittet einfach um einen Besuch an Bord. Ich gehe mit Mundschutz an Bord, nicht weil ich glaube, dass das wirklich hilft, aber ich will ein Signal aussenden und erkennbar machen: Haltet Abstand, mehr Abstand als sonst!

Der Mundschutz weht mir auf der Gangway erstmal vor die Augen, das ist blöd. Nach einer Weile habe ich mich an das Ding gewöhnt. Der Koch kommt herein und bietet mir einen Kaffee an. Jetzt erfüllt der Mundschutz bestenfalls noch den Zweck, mein Lachen zu verbergen, eine abschreckende Wirkung hat er offensichtlich nicht!

Der Chiefmate sagt seiner Crew deutlich, dass niemand wisse, wie sich die Lage weiterentwickle und ob beim nächsten Anlauf noch jemand von der Seemannsmission an Bord kommen dürfe, sie sollen auf Vorrat kaufen. Vielleicht muss ich es an dieser Stelle zur Sicherheit noch mal erklären: Die Simkarte, für das Handy bedeutet für die Seeleute, mit ihrer Familie in Kontakt bleiben zu können. In dieser Zeit hat sich der Alltag der Menschen weltweit verändert. Durch die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, ist auch der Alltag in den Heimatländern der Seeleute anders als sonst. Zudem ist jeder besorgt und möchte wissen, wie es den Lieben zu Hause geht.

bhv securitycheck shipAm Tor des Containerterminals treffe ich einen Lotsen, der auf sein Taxi wartet. Auch die Seeleute des Feeders, den er gerade herein gelotst hat, brauchen Telefonkarten. An Deck ist es windgeschützt, so dass ich die Aufbauten gar nicht betrete und draußen bleibe.

Mittwoch, 25. März

Das tolle bei der Seemannsmission ist ja, dass wir in einem weltumspannenden Netzwerk arbeiten! Ein Kollege hat für heute Vormittag einen virtuellen Konferenzraum organisiert und uns für 10 Uhr zum „Stammtisch“ eingeladen. Da klicke ich jetzt also auf einen Link und dann sehe ich einige meiner Kollegen, angefangen auf der anderen Weserseite in Brake über Alexandria bis nach Hongkong!  Manche sehe mit sehr verzerrten Bewegungen, einige als Standbild und die meisten nur mit Namenskürzel. Da die Tonqualität besser wird, wenn man ganz auf die Bilder verzichtet, wird das auch nach kurzer Zeit so beschlossen. Um Störgeräusche zu vermeiden, schalten dann auch noch alle, die gerade nicht sprechen, ihre Mikros ab.
Da viele Kollegen zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr in die Häfen kommen und deshalb an ihren Schreibtischen sitzen, ergibt sich die Gelegenheit zu diesem virtuellen Stammtisch.

Der Moderator fordert einen nach dem anderen auf, aus seiner Situation zu berichten und so kommt es auf einmal sehr nahe, dass das hier wirklich eine globale Krise ist. ALLE berichten von deutlichen Veränderungen im Alltag. So lausche ich meinen Kollegen, während ich die Telefonkarten mit Aktivierungsanleitungen beklebe. Ganz ehrlich: So lange niemand ernsthaft auf die Idee kommt, dieses Instrument als Ersatz für Konferenzen vorzuschlagen, ist das eine feine Sache!

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Shipping International

#COVID-19 made the streets empty - but oceans are NOT!

news schiffsverkehr

Photo: What you see the dots are the live sat pics of Ships moving goods today.

Thanks to all seafarers who are quietly moving goods -
despite all the lockdown and clearances! Thank you!

 

 

logo denkanstossDenkanstoss

„Schaffe mir Recht, Gott“

Dieses Psalmwort, als Beginn des 43.Psalms, steht für den kommenden Sonntag „Judika“ (richte) und weißt darauf hin, dass Gott nicht außerhalb dessen steht, was unser Leben in Frage stellt. Besonders in den letzten Wochen erleben wir dass unser Leben in Frage steht. Die Maßnahmen, welche angesichts der Corona Virus Pandemie ergriffen wurden, zeigen uns deutlich, dass diese Frage, nämlich nach  Leben und Tod, plötzlich sehr  präsent ist. Leider gibt es in dieser Situation auch immer wieder Trittbrettfahrer und Verschwörungstheoretiker, die mit falschen Versprechungen und irrealen Schuldzuweisungen daraus ihren Profit schlagen wollen. Neben all den Mühen, die wir  damit haben  diese Zeit durchzustehen, benötigen wir auch dafür Kraft denen zu widerstehen. In diesem Prozess gegen diese treulosen Geister und die Rettung vor den  tückischen Zeitgenossen wird uns Recht geschaffen, in dem wir im Glauben sicher sein können, dass Gott als die Quelle unserer Kraft in diesen Zeiten unser Leben nicht in Frage stellen läßt. Auch darum sind die Kirchen weiterhin als Ort der Besinnung geöffnet, die kirchlichen Mitarbeiter ansprechbar und die Telefonseelsorge immer erreichbar. Durch die Ostereignisse ist dieser Gott ein Gott des Lebens, der uns das Recht auf Leben schafft, weil er diese Welt nicht läßt, sondern sich in ihrer Verantwortung weiß und so „schaffe mir Recht, Gott“ geschieht.

Diakon Folkert Janssen, Rostock
 
 

Seeschifffahrt international

EU-Reeder und Gewerkschaft fordern Sonderregeln für Seeleute

Damit sich die EU-Staaten weiter ausreichend mit Gütern aus aller Welt versorgen können, fordern der EU-Schiffseignerverband Ecsa und die Europäische Transportarbeitergewerkschaft ETF finanzielle und organisatorische Unterstützung für Reeder und Seeleute. Mitgliedstaaten und EU-Institutionen müssten helfen, die sozialen, operationellen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Krise so gut wie möglich abzupuffern, schreiben beide Organisationen in einem offenen Brief an die EU-Verkehrsminister.

Die Beschränkung der Reisefreiheit und die Schließung von Hafenanlagen seien zwar verständlich, um die Verbreitung des Virus zu bremsen, machten es aber schwierig, zum Beispiel Schiffsbesatzungen auszuwechseln.

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news sea watch 3Seenotrettung

Exklusiv: Die Reise der Sea-Watch

Drei Wochen lang waren NDR Reporter auf dem Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 3". Sie dokumentieren eine Fahrt, über die am Ende ganz Europa spricht und heftig streitet.

Link zur Sendung: Panorama - die Reporter ∙ NDR Fernsehen

Foto: Chris Grodotzki / Sea-Watch.org - CC BY-SA 4.0
  
 

news cruise shipSeeschifffahrt

Crews auf Quarantäne-Schiffen nicht vergessen

Der Generalsekretär der Deutschen Seemannsmission mit Sitz in Bremen, Christoph Ernst, hat an die Besatzungen der Schiffe erinnert, die wegen des Corona-Virus unter Quarantäne stehen. In den vergangenen Wochen sei viel über die Situation der Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" berichtet worden, dass seit dem 4. Februar mit 2.666 Passagieren vor dem japanischen Yokohama liege, sagte Ernst am Dienstag in Bremen. "Ebenso wichtig ist es, auf das Schicksal der 1.045 Crew-Mitglieder hinzuweisen und sie im großen Sorgenpaket der Tourismus-Industrie nicht zu vergessen."

Die einfachen Crew-Mitglieder arbeiteten ohnehin unter schwersten Bedingungen und mit teilweise äußerst schlechter Bezahlung, sagte der Generalsekretär. "Die Menschen unter Deck, ihre persönlichen Schicksale und Nationalitäten bleiben meist ungehört und unsichtbar."
Was sich in diesen Tagen auf der Arbeitsebene der "Diamond Princess" abspiele, werde in den Medien kaum verfolgt - die Touristen stünden klar im Fokus. "Als Deutsche Seemannsmission erinnern wir heute besonders an die große Zahl derjenigen, die jetzt zwar buchstäblich im selben Boot wie die Kreuzfahrt-Touristen sitzen, aber eben auf einem anderen, von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommenen Deck", unterstrich Ernst. "Allen Menschen, die derzeit auf der Diamond Princess festsitzen, gilt unsere Anteilnahme. Allen Erkrankten wünschen wir schnelle und vollständige Genesung."

Artikel: epd Foto: CC BY 2.0 Diamond Princess cruise ship, Sakaiminato, Tottori Prefecture, June 2014
 
 

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