Schulung für maritime Krisenhelfer
Malmö, Schweden – Am 22. und 23. September traf sich die Lenkungsgruppe des von der EU geförderten SEA-CARE-Projekts, um das Programm für die bevorstehende Pilotschulung für maritime pschyosoziale Krisenhelfer*innen weiterzuentwickeln. SEA-CARE vereint fünf Organisationen der maritimen Wohlfahrt aus Westeuropa: die Nederlandse Zeefarendencentrale, Antwerp Seafarers Welfare, die Stichting Pastorat Workers Overzee, die World Maritime University und die Deutsche Seemannsmission.
Das Projekt hat zum Ziel , die Unterstützung für Seeleute nach schweren Vorfällen auf See zu stärken, indem ein Netzwerk von maritimen psychosozialen Krisenhelfern (MCRs) gebildet wird. Diese Krisenhelfer*innen werden in die Lage versetzt, nach Situationen mit hoher psychischer Belastung (High Mental Impact Situations, HiMIS) zeitnah und strukturiert psychosoziale Unterstützung zu leisten, dabei jedoch die Grenzen ihrer Rolle zu erkennen und Seeleute bei Bedarf an spezialisierte Betreuungsstellen zu verweisen.
Anfang dieses Jahres führte SEA-CARE eine branchenweite Umfrage unter Seeleuten, Reedern, maritimen Behördenvertretern und anderen Interessengruppen durch. Die Umfrage lieferte wertvolle Einblicke in die Erfahrungen mit schweren Zwischenfällen auf See, bestehende Unterstützungsangebote und die Bedürfnisse der Betroffenen. Die Ergebnisse werden nun zur Gestaltung der Inhalte des Schulungsprogramms herangezogen.
Während der zweitägigen Sitzung der Lenkungsgruppe wurden die Inhalte, Lernergebnisse, Lehrmethoden und die praktische Organisation der vier Module des Trainings weiter erörtert und verfeinert. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, theoretisches Wissen in praktische Fähigkeiten umzusetzen, die maritime Krisenhelfer*innen bei der Unterstützung von Seeleuten und ihren Familien anwenden können.
Das Schulungsprogramm besteht aus vier miteinander verknüpften Modulen, die zusammen das breite Feld der maritimen psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) abdecken.
Der nächste wichtige Meilenstein wird die Pilotschulung in Antwerpen im Februar 2027 sein. Während der Pilotphase wird das gesamte Schulungsprogramm in der Praxis getestet. Die Erfahrungen der Teilnehmer und Ausbilder werden anschließend genutzt, um das Programm zu bewerten und weiter zu verbessern, bevor es in größerem Umfang umgesetzt wird.
Mit SEA-CARE wollen die teilnehmenden Organisationen zu einem besser koordinierten, zugänglichen und professionellen Ansatz bei der Unterstützung von Seeleuten beitragen, die von schwerwiegenden Vorfällen auf See betroffen sind.

