Sonderausstellung „Still Stehen – Seeleute und Geflüchtete in der Pandemie“
Bremerhaven. „Während die Welt in der Pandemie weitgehend zum Stillstand kam, blieben manche in Bewegung. Seeleute hielten den globalen Handel aufrecht – oft monatelang, ohne an Land gehen zu dürfen“, erzählt Ethnologin Luisa Piart vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle/Saale. Es geht um Isolation, Unsicherheit und den Verlust grundlegender Rechte. Diese Erfahrungen hat sie in einer Wanderausstellung verarbeitet, die bis zum 21. März 2027 im Bangert-Bau des Deutsches Schifffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für Maritime Geschichte zu (Hans-Scharoun-Platz 1) in Bremerhaven sehen ist.
Die Ausstellung erzählt von den Erfahrungen, die Seeleute und Geflüchtete gemacht haben. In ihrer Forschung beschäftigt sich Ethnologin Luisa Piart mit den Arbeitsbedingungen und Rechten von Seeleuten in der internationalen Handelsschifffahrt. In der Ausstellung fließen ihre ethnographischen Studien mit Forschungsergebnissen ihrer Kolleginnen und Kollegen aus der Sozialmedizin und Versorgungsforschung zusammen.
„Fünf Jahre nach Beginn der Pandemie ist Stillstehen ein Versuch, sichtbar zu machen, was sonst oft übersehen wird und zur Aufarbeitung der Covid 19-Pandemie beizutragen“, sagt die Forscherin.
Zur Eröffnung sprach Prof. Dr. Ruth Schilling, Direktorin des Deutschen Schifffahrtsmuseums, ein kurzes Grußwort. Dr. Luisa Piart und Prof. Dr. PH Patrick Brzoska, wissenschaftlichen Leiter der Wanderausstellung, führten anschließend in die Ausstellung und die Forschung ein. Einen kurzen Einblick in die Ausstellung gewährt auch dieses Video des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung.
Im September 2025 hat im Deutschen Maritimen Museum eine Podiumsdiskussion zum Thema „Stuck in Mobility – Seeleute in der Pandemie“ stattgefunden. Auf dem Podium:
- Hannah Gerlach (Seefrau, während der Pandemie tätig)
- Scarlett Kleine-Kampmann (stellvertretende Leiterin des Hamburg Port Health Center)
- Wiebke Petersen (Referentin Recht Verband Deutscher Reeder)
- Matthias Ristau (Generalsekretär Deutsche Seemannsmission e.V.)
- Jens Michael Priess (Vice President Skuld Germany)
- Susana Pereira Ventura (Leiterin ITF Vertragsbüro Deutschland, ver.di)
- Moderation: Miriam Hollstein (Chefreporterin, Stern)
Diese Veranstaltung wurde in Kooperation mit Dr. Luisa Piart durchgeführt und von der VolkswagenStiftung gefördert.
Bildhinweis: „Ich bin Seemann und ich bin ein Held”, Aljon Manlangit, Fotowettbewerb des ITF Seafarers’ Trust

