cuxhaven sds 19 chor

DSM Cuxhaven

Auch Seefahrer brauchen eine Lobby

Gefahren der Seefahrt auch durch Piraterie und Vereinsamung wurden beim "Sonntag der Seefahrt" thematisiert / Mission hilft

Rudolf Rothe übernahm beim Gottesdienst anlässlich des „Sonntags der Seefahrt“ in der Petri- Kirche das Glasen mit der Schiffsglocke, der Shantychor Cuxhaven unter Leitung von Udo Brozio sorgte für den passenden musikalischen Rahmen und Oliver Fuhljahn von Cuxport sprach über die Seemannsmission und seine Motive, den Förderverein mit seiner Arbeit zu unterstützen.

Die Predigt hielt Seemannspastor Andreas Latz und die Fürbitte für die im vergangenen Jahr verstorbenen Seeleute sprach Seemannsdiakon Martin Struwe.

Es war wieder ein würdiger Rahmen, den die Akteure in der großen Kirche der Seefahrer am Sonntagmorgen schufen. Und welche Bedeutung diesem Gottesdienst von der Cuxhavener Bevölkerung beigemessen wird, zeigte sich an der voll besetzten Kirche.

In das Gedenken schloss Struwe neben den eigentlichen Seeleuten, die bei ihrer Arbeit ihr Leben verloren haben, auch die Opfer mit ein, die bei Fluchtversuchen auf dem Mittelmeer im vergangenen Jahr ums Leben gekommen sind.
221 Piratenüberfälle

Seit etwa 30 Jahren folgt die Petri-Gemeinde der britischen Tradition, einmal im Jahr Seeleuten einen Gottesdienst zu widmen. Eine Idee, die auf Heinrich Homann und den im vergangenen April verstorbenen Kapitän und Seelotsen Karl Kühne zurückgeht, der auch die Gedenkstätte für Seeleute in der Petri-Kirche (im rechten Seitenschiff) wesentlich mit eingerichtet hat. Unter den über 600 Namen im dortigen Gedenkbuch sind vor allem viele Fischdampferbesatzungen zu finden. Auch heute noch bergen die Seefahrt und insbesondere die Fischerei mehr Gefahren als die meisten Landberufe.

Beleg dafür sind auch die anhaltenden Piratenüberfälle, die sich inzwischen vor allem vor der westafrikanischen Küste abspielen. Diakon Struwe nannte die Zahlen: 221 Überfälle auf private Schiffe hat das Piracy Reporting Center im vergangenen Jahr registriert. Dabei seien 141 Seeleute als Geiseln genommen und 83 entführt worden.

Mit Reimer Kobs verstarb am 6. August 2018 ein Cuxhavener Seesegler, als er sich gerade in der Seemannsmission befand. Eine Strandung mit seiner Jacht in der Südsee hatte er einige Monate zuvor dagegen noch mit viel Glück überlebt.

Oliver Fuhljahn, der das Votum sprach, warb darin für die seiner Meinung nach wichtige Arbeit der Seemannsmission, die er als Vorstandsmitglied im Förderverein gerne unterstütze. Aus beruflichen aber auch privaten Gründen engagiere er sich mit viel Herzblut für die Sache der Seeleute, deren private Bedürfnisse durch das schnelllebige Geschäft in der Schifffahrt allzu oft unter die Räder gerieten. Vor allem die Erzählungen und Reiseandenken seines Patenonkels Erich Lange, der als Seemann und Schiffskoch auf den Weltmeeren unterwegs gewesen war, hätten in ihm das Fernweh geweckt, das ihn zu seinem heuti- gen Beruf gebracht habe

Foto: Für den würdigen Rahmen sorgten der Shantychor Cuxhaven mit Stücken wie „Amen“ und dem „Ave Maria der Meere“. Das Votum hielt in diesem Jahr Oliver Fuhljahn (kleines Foto), der sich als Vorstandsmitglied im Förderverein für die Seemannsmission engagiert.
Text und Fotos: Thomas Sassen
 

Schifffahrt internationel

Fair übers Meer

Christiane Sengebusch

„Fair trade“ ist längst zum Schlagwort geworden. Zum fairen Handel gehört aber  auch der faire Transport. Für die Seemannsmission heißt das: Fair übers Meer.  Eine Aufgabenstellung, mit der sie sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig beschäftigen will.

Ohne jedweden Transport, gelangt kein Stück Ware auf den Markt. Der Transport ist damit eine Grundvoraussetzung für den Handel. „Wir erörtern schon seit Langem die Frage, was fairer Transport der Ware über See bedeutet. Und wir kamen immer wieder zu dem Ergebnis, dass vor allem die Besatzungen auf den Schiffen unter fairen Bedingungen beschäftigt werden müssen“, sagt Folkert Janssen, Leiter der DSM Rostock. Er war maßgeblich an der Erarbeitung des Jahresmottos „Fair übers Meer“ beteiligt.

An diesem Ziel wird allerdings schon seit Jahren gearbeitet. 2006 brachte die UNO-Unterorganisation ILO (Internationale Arbeitsorganisation) das Seearbeitsübereinkommen „Maritime Labours Convention“ auf den Weg. Es dauerte allerdings sieben Jahre, bis die Konvention ratifiziert war. In einem öffentlichen Forum beim Kirchentag 2013 in Hamburg wurde sie mit dem Präsidenten des Verbandes Deutscher Reeder, einem Mitglied der Geschäftsleitung der Textil- und Warenhauskette Kik, Gewerkschaftsvertretern und Politikern sowie der Generalsekretärin der DSM diskutiert. Am Ende der kontrovers geführten Debatte waren sich immerhin alle darin einig, dass „Fair übers Meer“ ein gerechtfertigtes Anliegen ist, an dessen Realisierung weitergearbeitet werden muss.

Die 2013 in Kraft gesetzte Maritime Labours Convention ist ein Grundrechtekatalog der Wohlfahrt für alle Besatzungen, egal unter welcher Flagge sie beschäftigt sind. In dieser Konvention werden viele Parameter als Mindeststandards für die Menschen an Bord verbindlich geregelt, als da sind:
- Mindestanforderungen für die Arbeit von Seeleuten auf Schiffen,
- Unterkunft, Freizeiteinrichtungen, Verpflegung und Bedienung,
- Gesundheitsschutz, medizinische und soziale Betreuung sowie Schutz der sozialen Sicherheit.

Die Einhaltung dieser Konvention wird von den Hafenstaatskontrollen geprüft und gegebenenfalls sanktioniert.

Trotzdem sind auch im Jahr 2019 noch viele Missstände zu beklagen. Zwei Beispiele: Manchen Seeleuten werden nicht einmal die Heimatheuern bezahlt.  Die Einkommen des Servicepersonals auf Kreuzfahrtschiffen sind vielfach so niedrig, dass es auf die Trinkgelder der Passagiere angewiesen ist.

Hier gilt es nach Meinung der Seemannsmission, zu Tarifvereinbarungen zu kommen, die ein Einkommen über die Heimatheuern hinaus festschreiben und die Trinkgelder als Faktor für ein Grundeinkommen ausschließen. Janssen: „Es muss unsere Aufgabe sein, die Internationale Transport Arbeiter Föderation (ITF) in ihrem Ringen um eine Verbesserung der Heuersituation nachhaltig zu unterstützen.“

Um zu besseren Arbeitsbedingungen zu kommen, regt die Seemannsmission an, über die Einführung eines Siegels „Fair übers Meer“ nachzudenken. Ihr Vorschlag:  Standards festzulegen. Schiffseignern oder Schiffsbetreibergesellschaften, die diese Standards erfüllen, dann als Anreiz dieses Siegel zu verleihen. Unabhängige Jurys sollten darüber entscheiden, wer es bekommt.
 

 

DSM Altona

„Wer auf dem Meer unterwegs ist, der hilft“

Als Seelsorger kennt Seemannsdiakon Fiete Sturm die Sorgen der Seeleute. Seenotrettung – auch von Flüchtlingen – ist für sie selbstverständlich.

Die Flucht über das Mittelmeer war immer gefährlich. Die Internationale Organisation für Migration zählt allein in den vergangenen dreieinhalb Jahren mehr als 13.500 Tote. Damit ihre Zahl nicht weiter steigt, setzen Hilfsorganisationen wie Sea Watch, Sea Eye und Lifeline inzwischen Rettungsboote ein. Jetzt wurden ihre Schiffe in Malta festgesetzt. Die Seenotrettung wird infrage gestellt, während das Sterben weitergeht. Italien verweigert Schiffen mit geretteten Flüchtlingen gar die Einfahrt.

Gesamten Atikel auf www.hinzundkunzt.de lesen (Externer Link)
 
 

DSM Lübeck

Seemannsmission ist wichtiger Bestandteil im Hafen

luebeck bretschneider reichelt

Die Seemannsmission in Lübeck blickt auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. "Viele Seeleute, die nach Lübeck kommen, warten schon auf den Besuch der Seemannsmission", zog Andreas Stülcken, 1. Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins, auf der jährlichen Mitgliederversammlung am 21. März ein Fazit. "Die Seemannsmission ist wichtiger Bestandteil im Hafen."

über 1.700 Seeleute haben die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im vergangenen Jahr auf den Schiffen angesprochen, über 460 Bordbesuche in den Lübecker Häfen gemacht. Sie haben Zeitungen vorbeigebracht. Telefonkarten verkauft, die für die Seeleute so wichtig sind, um über lange Zeit den Kontakt zur ihrer Familie zu halten. Sie haben zugehört, wenn etwas auf der Seele brannte, Seeleute im Krankenhaus begleitet oder eine Einkaufstour organisiert.

632 Seeleute haben den Seemannsclub "Sweder Hoyer" am Lehmannkai 2 besucht. Die Räume werden kostenlos von der Reederei Lehmann zur Verfügung gestellt. Hier haben die Seeleute die Möglichkeit genutzt, vom Alltag an Bord abzuschalten. Sie haben sich über das freie WLAN gefreut und mit ihrer Familie geskypt. Sie haben Billard gespielt oder ein Gespräch mit den Mitarbeitern geführt. "Support of seafarers‘ dignity", ist das Motto der Seemannsmission. Sie setzt sich für die Würde der Seeleute ein – unabhängig von der Religion, der Hautfarbe und der Nationalität.

Die Seemannsmission in Lübeck hat 119 Mitglieder. Sie wird geführt von Andreas Stülcken (1. Vorsitzender), Jürgen Classens (2. Vorsitzender), Mathias Ullrich (Schriftführer) und Horst Geiger (Schatzmeister). Zum neuen Kassenprüfer gewählt wurde Christian Wilkens. Er löst Jürgen Holznagel ab. Die Seemannsmission hat mit Diakonin Katharina Bretschneider und Theologin Bärbel Reichelt zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen, hinzu kommen 16 Ehrenamtliche. Die Deutsche Seemannsmission in Lübeck wurde 1906 gegründet und finanziert sich unter anderem über Spenden.

Foto: DSM Lübeck
 

Bereits 55.000 Flüchtende in Europa angekommen – aber mehr als 1.400 Menschen ertrunken

Das sind offizielle Zahlen der Organisation für Migration IOM. Die inoffiziellen Zahlen sind weitaus größer. Wir betrachten immer die Ankünfte und die Maßnahmen der professionellen Retter. Eine Gruppe von Menschen bleibt aber komplett außen vor – die Handelsschifffahrt. Diese übernimmt jedoch den weitaus größten Teil der Rettungsmaßnahmen, dies aber mit Schiffen, die dafür nicht geeignet sind, mit Menschen, die dafür nicht ausgebildet sind und vor Allem auch danach nicht psychologisch betreut werden. Wussten Sie, dass Handelsschiffe mehr als 90 % aller Waren auf der Welt transportieren?

„Seeleute der Handelsschifffahrt sind keine professionellen Flüchtlings-Retter!“

Die Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission zu den aktuellen Zahlen der Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer

Heike Proske, Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission e.V., ruft die deutschen und europäischen Politiker auf, der besonderen Situation von Seeleuten im Mittelmeer endlich mehr Beachtung zu schenken. „Die Schiffe und ihre Besatzungen sind nicht darauf vorbereitet, eine größere Anzahl von Flüchtenden aufzunehmen. Seit Jahren steigt die Zahl der flüchtenden Menschen, die im Mittelmeer aus Seenot vor dem Ertrinken gerettet werden, 2016 waren es mehr als 50 000 Gerettete. Es ist nicht Aufgabe der Crews normaler Handelsschiffe, Menschen aus seeuntauglichen Booten im Mittelmeer auf ihre Schiffe aufzunehmen. Daher sind sie mit jeder Aufnahme schnell überlastet“, so Proske. Die Versorgungsmöglichkeiten und Einrichtungen der Schiffe seien auf die kleinen Besatzungen abgestimmt. Es fehle im Ernstfall an Notwendigem wie Lebensmitteln (vor allem Trinkwasser in herausgebbaren Mengen), Geschirr, Betten und sanitären Anlagen. „Eine Crew, die den normalen Schiffsbetrieb gewährleisten soll, ist überfordert, eine große Menge an Flüchtlingen zu versorgen“, so Heike Proske. Neben allen Rettungseinsätzen müssen Seeleute ihren normalen "Job" weiter konzentriert ausführen, damit das Schiff mit Besatzung, Flüchtlingen und Ladung sicher den nächsten Hafen erreicht. Hinzu komme, dass die Seeleute in hohem Maße seelisch belastet würden mit den menschlichen Dramen und vielen Todesfällen: „Die Seemänner bleiben oft alleine mit ihren möglicherweise traumatischen Erfahrungen.“

Weiterlesen...

 

DSM Hannover e.V.

„Seeleute nicht auf Flüchtlinge vorbereitet“

Wenn sie schiffbrüchtige Flüchtlinge aufnehmen, seien die Crews schnell überlastet, sagt die Seemannsmission. Für die Matrosen gibt es weitere Probleme.

Die Deutsche Seemannsmission hat die schwierige Situation von Seeleuten bei der Rettung schiffbrüchiger Flüchtlinge unterstrichen. "Weder die Crews noch die Schiffe sind darauf vorbereitet, viele Flüchtlinge an Bord zu nehmen", sagte die Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission, Heike Proske. Trinkwasser und selbst Tassen und Gläser seien auf die kleinen Besatzungen der Schiffe abgestimmt. Müssten dann 80 oder mehr Menschen plötzlich von zwölf Crewmitgliedern versorgt werden, gebe es Probleme, zumal die normale Arbeit an Bord weitergehen müsse. Proske war Gast bei der Mitgliederversammlung der Deutschen Seemannsmission Hannover, die turnusmäßig in Emden tagte.

Auch gingen nicht alle Rettungseinsätze gut aus, sagte Proske. An Bord werde über schlimme Erlebnisse nicht gesprochen. Oft schwiegen die Seeleute, bis sie in einem Hafen eine ihnen bekannte Seemannsmission besuchen könnten oder ein vertrauter Mitarbeiter einer Mission an Bord komme. Inzwischen fragten sogar Reedereien bei der Seemannsmission nach Referenten, um die Besatzungen auf den Umgang mit geretteten Flüchtlingen vorzubereiten.
An die Kanzlerin appelliert

Bereits im Februar hatte Proske an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert, der besonderen Situation der Seeleute mehr Beachtung zu schenken. Allein im vergangenen Jahr habe die Handelsschifffahrt mehr als 50.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Doch im Gegensatz zu den privaten Rettungsschiffen seien die Seeleute weder in Seenotrettung ausgebildet noch gebe es ausreichend Rettungsmittel an Bord der Handelsschiffe.

Der Stader evangelische Regionalbischof Hans Christian Brandy würdigte die Arbeit der Seemannsmission und der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter. Er ist Vorsitzender des Vereins Deutsche Seemannsmission Hannover, der in den Häfen von Bremerhaven, Cuxhaven und Stade-Bützfleth Seeleute betreut. Im vergangenen Jahr hätten rund 60.000 Seeleute die Seemannsclubs besucht. Die Seemannsheime hätten etwa 12.000 Übernachtungen gezählt. Außerdem hätten die Haupt- und Ehrenamtlichen der drei Stationen gut 3.000 Bordbesuche gemacht.

Dank eines internationalen Abkommens zur Unterstützung der Sozialarbeit an Seeleuten zahle die Bundesregierung seit 2016 jährlich rund eine halbe Million Euro an die innerdeutschen Seemannsmissionen. So sei es trotz Sparauflagen gelungen, das Personal in Deutschland leicht aufzustocken, sagte Brandy. (epd)

 

Jetzt spenden

Mit Ihrer Spenden helfen Sie uns Seeleuten aus aller Welt in ihrer schwierigen Lebenssituation an Bord beizustehen. Vielen Dank für Ihren Beitrag!

Betrag: 

Unsere Bankverbindung

Spenden-Konto
Deutsche Seemannsmission e.V.
IBAN: DE70 5206 0410 0006 4058 86
BIC: GENODEF1EK1
Evangelische Bank eG, Kiel

Hotline DSM-Care

dsm care logo
chat with chaplain
explore stations
dsm germany
dsm worldwide
Klick on the bottoms to be linked to the homepage of www.dsm.care
  

Support of seafarers
dignity:
We are still active
in many ports!

for complete list click here

news missionliste

Kampagne: Fair übers Meer!

fair ueber meer 04

Zur Kampagnen-Seite
 

 con info  Unsere Arbeit unterstützen:

Evangelische Kirche in Deutschland logo vdr

logo seafarers trust

 

Vesseltracker  logo bmfsfj     logo bmas     logo bg verkehr
 Evangelische Kirche
 in Deutschland
 Verband
 Deutscher Reeder
 ITF-Seafarers Trust
 Vesseltracker.com
 Bundesministerium für
 Familie, Senioren,
 Frauen und Jugend
 Bundesministerium für
 Arbeit und Soziales
 Dienststelle
 Schiffssicherheit
 BG Verkehr